Kaffee: Gesund oder ungesund? Was wirklich in deiner morgendlichen Tasse steckt

Ist Kaffee gesund oder schädlich? Erfahre, wie Koffein auf Körper und Schlaf wirkt, wie viel Kaffee sinnvoll ist und wer vorsichtig sein sollte.

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Kaffee: Gesund oder ungesund? Was wirklich in deiner morgendlichen Tasse steckt

Für viele Menschen beginnt der Tag erst mit einer Tasse Kaffee. Der Duft, die Wärme und das vertraute Ritual gehören genauso zum Morgen wie das Zähneputzen oder der erste Blick aus dem Fenster. Kaffee soll uns wacher machen, die Konzentration verbessern und manchmal auch einfach für einen kurzen Moment Ruhe sorgen. Gleichzeitig hält sich seit Jahren die Frage, ob das tägliche Getränk wirklich gesund ist oder ob wir unserem Körper damit eher schaden.

Kaum ein Lebensmittel wurde so oft neu bewertet wie Kaffee. Eine Zeit lang galt er als schlecht für Herz und Kreislauf, sollte dem Körper Wasser entziehen und den Blutdruck gefährlich erhöhen. Später machten Schlagzeilen aus ihm beinahe ein Gesundheitselixier, das vor Diabetes, Lebererkrankungen und sogar Demenz schützen könne. Zwischen diesen beiden Extremen bleibt verständlicherweise viel Unsicherheit zurück.

Die wissenschaftliche Einschätzung fällt heute deutlich entspannter aus. Für die meisten gesunden Erwachsenen spricht nichts dagegen, Kaffee in moderaten Mengen zu trinken. Größere Übersichtsarbeiten zeigen sogar, dass ein gewöhnlicher Kaffeekonsum häufiger mit gesundheitlichen Vorteilen als mit Nachteilen verbunden ist. Das bedeutet allerdings nicht, dass Kaffee automatisch gesund macht oder jeder Mensch dieselbe Menge verträgt. Entscheidend sind neben der Menge auch die persönliche Koffeinempfindlichkeit, der Zeitpunkt, die Zubereitung und das, was zusätzlich in der Tasse landet.

Was steckt eigentlich in Kaffee?

Kaffee ist weitaus mehr als nur heißes Wasser mit Koffein. In gerösteten Kaffeebohnen stecken Hunderte verschiedene Stoffe, darunter Polyphenole, Mineralstoffe und weitere Pflanzenverbindungen. Viele davon wirken im Labor antioxidativ oder beeinflussen Stoffwechselprozesse. Welche Mengen tatsächlich in der Tasse landen, hängt von der Bohnensorte, der Röstung, dem Mahlgrad und der Zubereitung ab.

Der bekannteste Inhaltsstoff bleibt trotzdem das Koffein. Es ist ein natürlich vorkommender Pflanzenstoff, der das zentrale Nervensystem anregt. Koffein steckt nicht nur in Kaffee, sondern auch in schwarzem und grünem Tee, Cola, Energydrinks, Kakao und Schokolade. Der tatsächliche Koffeingehalt einer Tasse Kaffee kann stark schwanken. Eine kleine Tasse Filterkaffee kann deutlich weniger enthalten als ein großer Coffee-to-go, während ein Espresso trotz seines kräftigen Geschmacks wegen der kleineren Portion nicht automatisch mehr Koffein liefert. Typische Werte liegen bei ungefähr 50 bis 100 Milligramm für 150 Milliliter Kaffee, können je nach Zubereitung aber deutlich davon abweichen.

📚 Kurz erklärt: Wie macht Koffein wach?

Im Laufe des Tages sammelt sich im Gehirn der Botenstoff Adenosin an. Er bindet an bestimmte Rezeptoren und trägt dazu bei, dass wir müder werden. Koffein ähnelt Adenosin in seiner Struktur und besetzt diese Rezeptoren vorübergehend, ohne dasselbe Müdigkeitssignal auszulösen. Die Müdigkeit ist dadurch nicht verschwunden, wird aber eine Zeit lang weniger stark wahrgenommen.

Genau deshalb kann Kaffee die Aufmerksamkeit erhöhen und das Gefühl vermitteln, wieder leistungsfähiger zu sein. Er ersetzt jedoch keinen Schlaf. Wer dauerhaft zu wenig schläft und die Erschöpfung nur mit immer mehr Kaffee überdeckt, verschiebt das eigentliche Problem lediglich nach hinten.

Ist Kaffee gesund?

Wenn Forschende untersuchen, wie Kaffee mit unserer Gesundheit zusammenhängt, zeigt sich insgesamt ein überraschend positives Bild. Menschen, die moderat Kaffee trinken, erkranken in Beobachtungsstudien teilweise seltener an Typ-2-Diabetes, bestimmten Lebererkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einigen Krebsarten. Eine große Übersichtsarbeit, die Ergebnisse aus mehr als 200 Meta-Analysen zusammenfasste, kam zu dem Ergebnis, dass gewöhnlicher Kaffeekonsum häufiger mit Vorteilen als mit gesundheitlichen Schäden verbunden war. Besonders häufig zeigten sich günstige Zusammenhänge bei etwa drei bis vier Tassen am Tag.

Trotzdem ist es wichtig, diese Ergebnisse nicht falsch zu verstehen. Viele Erkenntnisse stammen aus Beobachtungsstudien. Sie können zeigen, dass Kaffeetrinkerinnen und Kaffeetrinker bestimmte Erkrankungen seltener entwickeln, beweisen aber nicht automatisch, dass der Kaffee allein die Ursache ist. Lebensstil, Ernährung, Bewegung, soziale Faktoren und genetische Unterschiede können ebenfalls eine Rolle spielen.

Kaffee sollte deshalb nicht wie ein Medikament betrachtet werden. Niemand muss anfangen, mehrere Tassen täglich zu trinken, um gesund zu bleiben. Wenn du Kaffee nicht magst oder ihn schlecht verträgst, entstehen dir durch den Verzicht keine Nachteile, die du unbedingt ausgleichen müsstest. Trinkst du ihn dagegen gerne und bekommst keine Beschwerden, kann er durchaus Teil einer ausgewogenen Ernährung sein.

Kaffee und das Herz: Muss man sich Sorgen machen?

Die Wirkung von Kaffee auf Herz und Kreislauf wurde lange kritisch gesehen. Koffein kann den Blutdruck kurzfristig etwas ansteigen lassen, besonders bei Menschen, die nur selten Kaffee trinken. Bei regelmäßigem Konsum entwickelt der Körper häufig eine gewisse Gewöhnung, sodass die Reaktion schwächer ausfällt.

Für die meisten gesunden Erwachsenen gelten übliche Mengen nicht als problematisch. Größere Auswertungen bringen moderaten Kaffeekonsum nicht mit einem erhöhten allgemeinen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung. Teilweise wurden sogar günstigere Zusammenhänge beobachtet. Trotzdem reagiert nicht jeder Körper gleich. Wer nach Kaffee deutliches Herzrasen, Unruhe oder einen spürbar erhöhten Blutdruck bekommt, sollte diese Signale ernst nehmen und die Menge reduzieren.

Besonders vorsichtig sollten Menschen sein, die bereits unter bestimmten Herzrhythmusstörungen, schlecht eingestelltem Bluthochdruck oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden. Hier lässt sich keine allgemeine Empfehlung geben, da sowohl die Erkrankung als auch Medikamente eine Rolle spielen. Die persönliche Verträglichkeit sollte mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Warum Kaffee besonders für die Leber interessant ist

Einer der beständigsten positiven Zusammenhänge zeigt sich in Studien zur Lebergesundheit. Regelmäßiger Kaffeekonsum wird mit einem geringeren Risiko für verschiedene chronische Lebererkrankungen und Leberkrebs in Verbindung gebracht. Dabei scheinen nicht nur die anregenden Wirkungen des Koffeins eine Rolle zu spielen, denn auch andere Pflanzenstoffe im Kaffee werden untersucht.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Kaffee eine bereits geschädigte Leber heilt oder die Folgen von Alkohol, Medikamenten oder einer dauerhaft ungünstigen Ernährung ausgleichen kann. Wer erhöhte Leberwerte oder eine bekannte Lebererkrankung hat, benötigt weiterhin eine medizinische Abklärung. Kaffee kann höchstens ein kleiner Bestandteil eines insgesamt gesundheitsförderlichen Lebensstils sein.

Kaffee, Blutzucker und Diabetes

Koffein kann kurzfristig die Insulinempfindlichkeit beeinflussen und bei manchen Menschen zu einem etwas stärkeren Blutzuckeranstieg führen. Gleichzeitig zeigen langfristige Beobachtungsstudien, dass regelmäßiger Kaffeekonsum mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden ist. Das klingt zunächst widersprüchlich, lässt sich aber dadurch erklären, dass Kaffee neben Koffein noch viele weitere Pflanzenstoffe enthält und kurzfristige Reaktionen nicht immer dasselbe bedeuten wie langfristige gesundheitliche Zusammenhänge.

Menschen mit Diabetes müssen Kaffee deshalb nicht grundsätzlich vermeiden. Entscheidend ist häufig eher, wie er getrunken wird. Schwarzer Kaffee oder Kaffee mit etwas Milch unterscheidet sich deutlich von einem großen Getränk mit Sirup, Zucker, Sahne und weiteren Zusätzen. Ein süßer Frappé kann mehrere Hundert Kalorien und große Mengen Zucker enthalten. Die gesundheitliche Bewertung des Kaffees lässt sich dann kaum noch von der Bewertung des gesamten Getränks trennen.

💡 Gut zu wissen

Schwarzer Kaffee enthält fast keine Kalorien. Zucker, Sirup, Sahne und große Mengen Milch können aus einem einfachen Getränk jedoch schnell eine energiereiche Zwischenmahlzeit machen.

Entzieht Kaffee dem Körper Wasser?

Der Satz „Zu jeder Tasse Kaffee muss man ein Glas Wasser trinken“ hält sich hartnäckig. Tatsächlich kann Koffein kurzfristig die Urinproduktion etwas erhöhen. Bei Menschen, die regelmäßig Kaffee trinken, ist dieser Effekt jedoch meist gering. Ungesüßter Kaffee kann deshalb durchaus zur täglichen Flüssigkeitszufuhr beitragen. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung berücksichtigt Kaffee in moderaten Mengen als Getränk, empfiehlt wegen des Koffeingehalts aber einen bewussten Konsum.

Wasser sollte trotzdem die Grundlage deiner Flüssigkeitszufuhr bleiben. Nicht weil Kaffee den Körper automatisch austrocknet, sondern weil Wasser koffeinfrei, kalorienfrei und unabhängig von der Tageszeit geeignet ist. Wenn du ausschließlich Kaffee trinkst und kaum Wasser, ist das deshalb keine besonders gute Trinkroutine.

Wie viel Kaffee ist noch gesund?

Die entscheidende Zahl bezieht sich weniger auf die Anzahl der Tassen als auf die Gesamtmenge an Koffein. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hält für gesunde Erwachsene Einzeldosen bis zu 200 Milligramm und eine Gesamtaufnahme von bis zu 400 Milligramm Koffein über den Tag verteilt für gesundheitlich unbedenklich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt dieselben Orientierungswerte.

Wie viele Tassen das sind, lässt sich nicht exakt sagen. Eine kleine Tasse Filterkaffee kann etwa 50 bis 100 Milligramm enthalten, während ein großer, stark gebrühter Kaffee deutlich mehr liefert. Auch Espresso, Energydrinks, Tee, Cola und Schokolade zählen zur täglichen Gesamtmenge.

Für viele Menschen entsprechen 400 Milligramm ungefähr drei bis vier normalen Tassen Kaffee. Diese Menge ist jedoch eine Sicherheitsgrenze und kein persönliches Ziel. Manche vertragen bereits nach einer Tasse kaum noch Ruhe, während andere nach drei Tassen keine Beschwerden bemerken. Die Gene, das Körpergewicht, Medikamente, die Gewöhnung und der allgemeine Gesundheitszustand beeinflussen, wie schnell Koffein abgebaut wird.

Warum Kaffee den Schlaf stören kann, obwohl du gut einschläfst

Viele Menschen sagen, Kaffee am Abend mache ihnen nichts aus, weil sie anschließend problemlos einschlafen können. Einschlafen ist allerdings nur ein Teil der Schlafqualität. Koffein kann die Schlafdauer verkürzen, den Tiefschlaf beeinflussen und dafür sorgen, dass du dich am nächsten Morgen weniger erholt fühlst, auch wenn du nicht bewusst lange wach gelegen hast.

Die Wirkung hält außerdem deutlich länger an, als der kurze Energieschub vermuten lässt. Die Halbwertszeit von Koffein liegt bei vielen Erwachsenen ungefähr zwischen vier und sechs Stunden, kann aber individuell erheblich abweichen. Trinkst du am späten Nachmittag einen großen Kaffee, kann am Abend noch ein relevanter Teil des Koffeins im Körper aktiv sein.

Wenn du schlecht schläfst, morgens erschöpft aufwachst oder immer mehr Kaffee brauchst, um durch den Tag zu kommen, lohnt sich deshalb ein Versuch: Trinke den letzten koffeinhaltigen Kaffee für einige Wochen deutlich früher, beispielsweise vor 13 oder 14 Uhr, und beobachte, ob sich dein Schlaf verändert.

Entkoffeinierter Kaffee kann am Nachmittag eine gute Alternative sein. Er ist nicht vollständig koffeinfrei, enthält aber meist nur wenige Milligramm pro Tasse und liefert weiterhin viele der typischen Aromastoffe.

Kaffee und Stress: Macht Koffein unruhig?

Koffein steigert die Wachheit und kann gleichzeitig körperliche Stresssymptome verstärken. Dazu gehören Herzklopfen, Zittern, innere Unruhe, Schwitzen oder das Gefühl, nicht abschalten zu können. Besonders bei Angststörungen, hoher Belastung oder Schlafmangel reagieren manche Menschen empfindlicher.

Das heißt nicht, dass Kaffee grundsätzlich psychisch ungesund ist. Viele genießen das Ritual und erleben die Kaffeepause sogar als entspannend. Wenn du dich nach dem Trinken jedoch regelmäßig nervös, angespannt oder überdreht fühlst, passt die Menge möglicherweise nicht zu dir.

Oft muss Kaffee dann nicht vollständig gestrichen werden. Kleinere Tassen, ein milderer Kaffee, entkoffeinierte Varianten oder ein späterer erster Kaffee nach dem Frühstück können schon einen Unterschied machen. Auch die Kombination mit Energydrinks oder hoch dosierten Koffeinpräparaten sollte vermieden werden, da die Gesamtmenge dabei leicht unterschätzt wird.

Ist Kaffee auf nüchternen Magen schädlich?

Für einen gesunden Magen ist Kaffee auf nüchternen Magen nicht automatisch gefährlich. Manche Menschen vertragen ihn jedoch deutlich schlechter, wenn sie vorher nichts gegessen haben. Kaffee kann die Magensäureproduktion anregen und bei empfindlichen Personen Sodbrennen, Magendruck, Übelkeit oder einen schnellen Stuhlgang auslösen.

Wenn du solche Beschwerden bemerkst, probiere aus, den Kaffee erst nach dem Frühstück zu trinken oder ihn mit etwas Milch zu kombinieren. Auch eine mildere Röstung, Cold Brew oder entkoffeinierter Kaffee werden manchmal besser vertragen. Entscheidend ist dabei weniger eine allgemeine Regel als deine persönliche Reaktion.

Wer unter Reflux, einer Magenschleimhautentzündung oder anderen Magen-Darm-Erkrankungen leidet, sollte individuell testen, welche Menge und Zubereitungsart verträglich ist. Kaffee muss nicht automatisch vollständig gestrichen werden, kann Beschwerden aber durchaus verstärken.

Filterkaffee oder French Press: Macht die Zubereitung einen Unterschied?

Kaffee enthält natürliche Fettstoffe, die als Cafestol und Kahweol bezeichnet werden. Sie können den LDL-Cholesterinspiegel erhöhen, wenn sie regelmäßig in größeren Mengen aufgenommen werden. Papierfilter halten einen großen Teil dieser Stoffe zurück. Ungefilterte Zubereitungen wie French Press, türkischer Kaffee oder gekochter Kaffee enthalten dagegen mehr davon.

Für Menschen mit erhöhtem Cholesterin kann Filterkaffee deshalb die günstigere Wahl sein. Espresso enthält ebenfalls diese Stoffe, wird aber normalerweise in deutlich kleineren Mengen getrunken. Die tatsächliche Belastung hängt also auch von der Portionsgröße und der Anzahl der Getränke ab.

Kaffee in Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft wird Koffein langsamer abgebaut und kann die Plazenta passieren. Die EFSA bewertet eine tägliche Koffeinaufnahme von bis zu 200 Milligramm während der Schwangerschaft als unbedenklich. Dabei zählt nicht nur Kaffee, sondern auch Koffein aus Tee, Cola, Schokolade, Energydrinks und Medikamenten.

Da der Koffeingehalt von Kaffee stark schwanken kann, lässt sich diese Grenze schneller erreichen, als viele denken. Ein großer Becher aus dem Café kann bereits einen großen Teil der Tagesmenge enthalten. Energydrinks sind während der Schwangerschaft wegen ihrer hohen Koffeinmengen und weiterer Inhaltsstoffe keine empfehlenswerte Alternative.

Auch in der Stillzeit können kleine Mengen Koffein in die Muttermilch gelangen. Manche Säuglinge reagieren empfindlicher mit Unruhe oder Schlafproblemen. Hier kann es helfen, Kaffee direkt nach dem Stillen zu trinken und die Reaktion des Kindes zu beobachten.

Kann Kaffee abhängig machen?

Wer täglich Kaffee trinkt, entwickelt häufig eine körperliche Gewöhnung. Wird das Koffein plötzlich weggelassen, können Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und gereizte Stimmung auftreten. Diese Beschwerden beginnen häufig innerhalb eines Tages und verschwinden normalerweise nach einigen Tagen wieder.

Das bedeutet nicht automatisch, dass Kaffee im gleichen Sinn abhängig macht wie Alkohol oder andere Suchtmittel. Es zeigt aber, dass der Körper sich an die regelmäßige Koffeinzufuhr anpasst. Möchtest du deine Menge reduzieren, ist ein schrittweises Vorgehen häufig angenehmer. Du kannst beispielsweise jeden zweiten Kaffee durch eine entkoffeinierte Variante ersetzen oder die Portionen langsam verkleinern.

Macht Kaffee den Stoffwechsel schneller?

Koffein kann den Energieverbrauch kurzfristig leicht erhöhen und die sportliche Leistungsfähigkeit verbessern. Dieser Effekt ist jedoch begrenzt und nimmt durch Gewöhnung häufig ab. Kaffee ist deshalb kein zuverlässiger Fettverbrenner und gleicht weder einen Kalorienüberschuss noch Bewegungsmangel aus.

Beim Abnehmen kann schwarzer Kaffee trotzdem praktisch sein, weil er kaum Kalorien enthält und für manche Menschen das Hungergefühl kurzfristig dämpft. Er sollte jedoch nicht verwendet werden, um echten Hunger zu unterdrücken oder Mahlzeiten dauerhaft zu ersetzen. Besonders in Kombination mit wenig Schlaf und einer sehr niedrigen Energiezufuhr kann viel Koffein dazu führen, dass du dich zwar kurzfristig wacher fühlst, insgesamt aber immer erschöpfter wirst.

Die Gesundheitsminute empfiehlt

Du musst Kaffee weder zum Gesundheitsgetränk erklären noch aus Angst vollständig darauf verzichten. Viel sinnvoller ist es, ehrlich zu beobachten, wie du ihn verträgst. Schläfst du gut, fühlst dich nach dem Trinken angenehm wach und bekommst weder Herzrasen noch Magenprobleme, spricht meist nichts gegen einige Tassen am Tag.

Achte dabei nicht nur auf den Kaffee selbst, sondern auch auf die Uhrzeit und die Zusätze. Drei schwarze Kaffees sind etwas anderes als drei große Getränke mit Sirup, Sahne und Zucker. Wenn du schlecht schläfst, sollte der erste Schritt nicht unbedingt ein neues Schlafsupplement sein. Häufig lohnt es sich zunächst, den letzten Kaffee einige Stunden nach vorne zu verschieben.

Kaffee sollte außerdem nicht die Grundlage deiner Energie sein. Wenn du morgens ohne mehrere Tassen kaum funktionierst, ständig erschöpft bist oder am Nachmittag immer wieder nachlegen musst, fehlt deinem Körper möglicherweise nicht mehr Koffein, sondern mehr Schlaf, regelmäßiges Essen oder eine medizinische Abklärung der Müdigkeit.

Fazit: Kaffee ist für die meisten Menschen weder Gift noch Wundermittel

Kaffee enthält Koffein und zahlreiche weitere Pflanzenstoffe. Für die meisten gesunden Erwachsenen gilt ein moderater Konsum als unbedenklich. Größere Studien bringen Kaffee sogar mit einem geringeren Risiko für verschiedene Erkrankungen in Verbindung, besonders für Typ-2-Diabetes, Lebererkrankungen und einige Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese Zusammenhänge beweisen jedoch nicht, dass Kaffee allein die Ursache ist oder als Therapie eingesetzt werden kann.

Als Orientierung gelten für gesunde Erwachsene bis zu 200 Milligramm Koffein auf einmal und bis zu 400 Milligramm über den Tag verteilt als unbedenklich. In der Schwangerschaft sollte die tägliche Menge 200 Milligramm nicht überschreiten. Die persönliche Verträglichkeit kann deutlich niedriger liegen.

Ob Kaffee für dich gesund ist, hängt deshalb nicht nur von einer allgemeinen Grenzmenge ab. Entscheidend ist, wie er deinen Schlaf, deinen Magen, deine innere Ruhe und deinen Alltag beeinflusst. Wenn du ihn gut verträgst und gerne trinkst, darf er ohne schlechtes Gewissen Teil deiner Ernährung sein. Wenn du nach jeder Tasse Herzrasen bekommst oder nachts wach liegst, ist weniger Kaffee vermutlich die gesündere Entscheidung.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Tassen Kaffee am Tag sind gesund?

Für gesunde Erwachsene gelten bis zu 400 Milligramm Koffein pro Tag als unbedenklich. Das entspricht abhängig von Größe und Stärke ungefähr drei bis vier Tassen Kaffee. Die persönliche Verträglichkeit kann jedoch deutlich niedriger sein.

Zählt Kaffee zur täglichen Flüssigkeitszufuhr?

Ja. Ungesüßter Kaffee kann in moderaten Mengen zur Flüssigkeitszufuhr beitragen. Wasser und ungesüßter Tee sollten trotzdem die Grundlage bilden.

Ist Kaffee auf nüchternen Magen ungesund?

Nicht grundsätzlich. Bei empfindlichen Menschen kann er jedoch Sodbrennen, Übelkeit, Magendruck oder einen schnellen Stuhlgang begünstigen. In diesem Fall kann Kaffee nach dem Frühstück besser verträglich sein.

Ist entkoffeinierter Kaffee gesund?

Entkoffeinierter Kaffee enthält nur sehr wenig Koffein, aber weiterhin viele der typischen Pflanzenstoffe. Er kann eine gute Alternative sein, wenn du empfindlich auf Koffein reagierst oder am Nachmittag nicht auf den Geschmack verzichten möchtest.

Erhöht Kaffee den Blutdruck?

Koffein kann den Blutdruck kurzfristig erhöhen, besonders bei Menschen, die selten Kaffee trinken. Bei regelmäßigem Konsum fällt die Reaktion häufig geringer aus. Menschen mit Bluthochdruck sollten ihre persönliche Reaktion beobachten und die Menge gegebenenfalls medizinisch besprechen.

Darf man in der Schwangerschaft Kaffee trinken?

Ja, allerdings sollte die gesamte tägliche Koffeinaufnahme nach Empfehlung der EFSA 200 Milligramm nicht überschreiten. Dabei müssen auch Tee, Cola, Schokolade und andere Koffeinquellen berücksichtigt werden.

Stört Kaffee immer den Schlaf?

Nicht jeder bemerkt die Wirkung gleich stark. Koffein kann aber auch dann Schlafdauer und Schlafqualität beeinträchtigen, wenn du problemlos einschläfst. Bei Schlafproblemen lohnt es sich, den letzten Kaffee deutlich früher zu trinken.

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Quellen

Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Kaffee und Tee als Bestandteil der Flüssigkeitszufuhr.

European Food Safety Authority: Sicherheit von Koffein für Erwachsene, Schwangere und Stillende.

Bundesinstitut für Risikobewertung: Gesundheitliche Bewertung von Koffein und empfohlenen Höchstmengen.

Poole R. et al. (2017): Coffee consumption and health: umbrella review of meta-analyses of multiple health outcomes.

Harvard T. H. Chan School of Public Health: Coffee – The Nutrition Source.

Emadi R. C. et al. (2025): Coffee’s Impact on Health and Well-Being.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Herzrhythmusstörungen, starkem Bluthochdruck, anhaltenden Magenbeschwerden, Schwangerschaft oder ausgeprägten Reaktionen auf Koffein sollte die individuelle Menge ärztlich besprochen werden.