Schwindel: Ursachen, Warnzeichen und wann du zum Arzt solltest

Plötzlich Schwindel? Erfahre, welche harmlosen Ursachen dahinterstecken können, was Kreislauf, Blutdruck und Gleichgewichtsorgan damit zu tun haben und welche Warnzeichen du ernst nehmen solltest.

Teilen
Schwindel: Ursachen, Warnzeichen und wann du zum Arzt solltest

Du stehst morgens zu schnell aus dem Bett auf und für ein paar Sekunden wird dir schwarz vor Augen. Nach einem langen Sommertag fühlst du dich plötzlich wackelig auf den Beinen. Oder du drehst dich nachts im Bett um und hast auf einmal das Gefühl, dass sich das ganze Zimmer mitbewegt. All diese Situationen beschreiben wir häufig mit demselben Wort: Schwindel. Dabei kann sich hinter diesem Gefühl etwas völlig Unterschiedliches verbergen.

Schwindel ist keine eigenständige Erkrankung, sondern zunächst ein Symptom. Manche Menschen beschreiben ein Drehen wie auf einem Karussell, andere eher ein Schwanken wie auf einem Boot. Wieder andere fühlen sich benommen, unsicher beim Gehen oder haben das Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden. Genau diese Unterschiede können bereits wichtige Hinweise darauf geben, woher die Beschwerden kommen.

Die gute Nachricht ist, dass hinter Schwindel sehr häufig keine gefährliche Erkrankung steckt. Kreislaufreaktionen, bestimmte Veränderungen im Gleichgewichtsorgan des Innenohrs, Medikamente oder Flüssigkeitsmangel können mögliche Auslöser sein. Trotzdem sollte Schwindel nicht grundsätzlich als harmlos abgetan werden. Besonders wenn er plötzlich sehr stark auftritt oder von neurologischen Beschwerden begleitet wird, kann eine schnelle medizinische Abklärung notwendig sein.

Statt also einfach nur zu fragen „Warum ist mir schwindelig?“, lohnt sich eine genauere Beobachtung: Wie fühlt sich der Schwindel an, wann tritt er auf, wie lange hält er an und welche anderen Beschwerden kommen dazu?

Schwindel ist nicht gleich Schwindel

Für Ärztinnen und Ärzte ist die Beschreibung des Schwindels besonders wichtig. Ein Drehschwindel fühlt sich beispielsweise so an, als würde sich die Umgebung bewegen oder drehen. Beim Schwankschwindel entsteht eher das Gefühl, der Boden sei unsicher oder man befinde sich auf einem schwankenden Schiff. Benommenheit wiederum wird häufig als diffus beschrieben. Man fühlt sich „nicht ganz da“, unsicher oder leicht neben sich.

Dann gibt es noch das Gefühl, kurz vor einer Ohnmacht zu stehen. Dabei können die Sicht dunkler, die Beine weich und der Kopf plötzlich leicht werden. Diese Form hat häufig eher mit Kreislauf und Blutdruck zu tun als mit dem Gleichgewichtsorgan.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil unser Gleichgewicht erstaunlich komplex funktioniert. Gehirn, Augen, Innenohr und verschiedene Sinneszellen in Muskeln und Gelenken liefern ständig Informationen darüber, wo wir uns im Raum befinden. Das Gehirn fügt diese Informationen zusammen. Passen sie plötzlich nicht mehr zueinander, kann Schwindel entstehen.

📚 Kurz erklärt: Wo sitzt unser Gleichgewichtssinn?

Ein wichtiger Teil unseres Gleichgewichtssystems befindet sich im Innenohr. Dort registriert das sogenannte Vestibularorgan Bewegungen und die Position des Kopfes. Gleichzeitig liefern Augen, Muskeln und Gelenke weitere Informationen. Das Gehirn verarbeitet diese Signale gemeinsam. Wird eines dieser Systeme gestört oder passen die Informationen nicht zusammen, kann sich die Welt plötzlich ziemlich wackelig anfühlen.

Wenn dir beim Aufstehen plötzlich schwarz vor Augen wird

Eine Situation kennen besonders viele Menschen: Du liegst oder sitzt eine Weile, stehst schnell auf und plötzlich wird dir schwindelig. Vielleicht siehst du kurz schwarze Punkte oder musst dich irgendwo festhalten. Wenige Sekunden später ist alles wieder normal.

Dahinter kann eine sogenannte orthostatische Hypotonie stecken. Beim Aufstehen versackt durch die Schwerkraft kurzfristig mehr Blut in den Beinen und im Bauchraum. Normalerweise reagiert der Körper sofort, indem sich Blutgefäße zusammenziehen und die Herzfrequenz angepasst wird. Dadurch bleibt die Blutversorgung des Gehirns stabil.

Funktioniert diese Anpassung nicht schnell genug, fällt der Blutdruck kurzfristig ab. Die Folge können Schwindel, Benommenheit, verschwommenes Sehen oder sogar eine Ohnmacht sein.

Das kann gelegentlich auch bei ansonsten gesunden Menschen passieren. Besonders Hitze, langes Stehen, Flüssigkeitsmangel oder bestimmte Medikamente können solche Beschwerden begünstigen.

Wenn du das regelmäßig erlebst, solltest du es trotzdem ansprechen. Häufige Kreislaufprobleme beim Aufstehen sind nicht etwas, das man zwangsläufig einfach hinnehmen muss.

Kann zu wenig trinken Schwindel verursachen?

Ja, Flüssigkeitsmangel kann eine Rolle spielen. Wenn der Körper deutlich Flüssigkeit verliert, sinkt das zirkulierende Blutvolumen. Dadurch kann der Blutdruck leichter abfallen und Schwindel entstehen.

Besonders an heißen Tagen, bei starkem Schwitzen, Durchfall, Erbrechen oder längeren sportlichen Belastungen kann das relevant werden. Weitere Hinweise auf eine Dehydrierung können starker Durst, trockener Mund, dunkler Urin, Kopfschmerzen und Müdigkeit sein.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Schwindel automatisch mit einem Liter Wasser behandelt werden sollte. Wenn du ausreichend getrunken hast und die Beschwerden trotzdem regelmäßig auftreten, lohnt sich ein genauerer Blick.

Und auch das Gegenteil ist nicht sinnvoll: Mehrere Liter Wasser innerhalb kurzer Zeit zu trinken, obwohl dafür kein entsprechender Bedarf besteht, ist keine gute Behandlung gegen ungeklärten Schwindel.

Auch Hitze kann deinen Kreislauf ordentlich beschäftigen

An heißen Sommertagen erweitern sich die Blutgefäße in der Haut, damit dein Körper Wärme besser abgeben kann. Gleichzeitig verlierst du über den Schweiß Flüssigkeit. Beides kann den Kreislauf stärker fordern.

Gerade wenn du lange in der Sonne stehst, wenig getrunken hast und anschließend schnell aufstehst, können mehrere Faktoren zusammenkommen.

Wenn dir bei Hitze schwindelig wird, solltest du die Belastung unterbrechen, in den Schatten beziehungsweise einen kühlen Raum gehen und dich abkühlen. Treten zusätzlich starke Schwäche, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Muskelkrämpfe auf, kann eine Hitzeerschöpfung dahinterstecken. Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfälle sind dagegen mögliche Warnzeichen eines Hitzschlags und erfordern sofort medizinische Hilfe.

Mehr darüber findest du auch im Artikel „Sommerhitze: So bleibt dein Körper auch an heißen Tagen leistungsfähig“.

Wenn sich beim Umdrehen im Bett plötzlich alles dreht

Eine ganz andere Form von Schwindel kann auftreten, wenn du den Kopf bewegst. Du drehst dich im Bett auf die andere Seite, legst dich hin oder schaust nach oben und plötzlich dreht sich für kurze Zeit der ganze Raum.

Eine häufige Ursache dafür ist der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel, kurz BPLS.

Im Innenohr befinden sich winzige Kristalle aus Calciumcarbonat, die normalerweise an einer bestimmten Stelle sitzen. Lösen sich solche Partikel und gelangen in die Bogengänge des Gleichgewichtsorgans, können bestimmte Kopfbewegungen plötzlich falsche Bewegungssignale auslösen. Das Gehirn bekommt dann widersprüchliche Informationen und es entsteht ein heftiger, meist kurz anhaltender Drehschwindel.

So unangenehm sich das anfühlt, Lagerungsschwindel ist grundsätzlich gutartig. Bestimmte Lagerungsmanöver können dabei helfen, die Partikel wieder aus dem betroffenen Bogengang zu bewegen. Welche Seite und welches Manöver geeignet sind, sollte allerdings korrekt festgestellt werden, besonders wenn die Beschwerden zum ersten Mal auftreten.

Das Innenohr kann noch aus anderen Gründen Schwindel verursachen

Nicht jeder Drehschwindel ist Lagerungsschwindel. Erkrankungen des Gleichgewichtsnervs oder des Innenohrs können ebenfalls dahinterstecken.

Ein Beispiel ist die Vestibularisneuritis, bei der die Funktion eines Gleichgewichtsnervs plötzlich beeinträchtigt ist. Dabei kann ein sehr starker, länger anhaltender Drehschwindel entstehen, häufig begleitet von Übelkeit und Unsicherheit beim Gehen.

Auch Morbus Menière kann Schwindelattacken verursachen. Typischerweise können zusätzlich Hörminderung, Ohrgeräusche und ein Druckgefühl im betroffenen Ohr auftreten.

Gerade zusätzliche Hörveränderungen sind deshalb eine Information, die du bei einer ärztlichen Untersuchung unbedingt erwähnen solltest.

Kann niedriger Blutzucker Schwindel verursachen?

Ein niedriger Blutzuckerspiegel kann unter anderem Zittern, Schwitzen, Herzklopfen, Hunger, Schwäche, Konzentrationsprobleme und Schwindel verursachen. Besonders relevant ist eine echte Hypoglykämie für Menschen mit Diabetes, die blutzuckersenkende Medikamente oder Insulin verwenden.

Bei gesunden Menschen wird dagegen erstaunlich häufig jeder Schwindel nach einigen Stunden ohne Essen als „Unterzuckerung“ bezeichnet. Echter klinisch relevanter Unterzucker ist ohne entsprechende Erkrankung oder Medikamente deutlich seltener.

Natürlich kannst du dich hungrig, schwach oder unkonzentriert fühlen, wenn du lange nichts gegessen hast. Das ist aber nicht automatisch dasselbe wie eine medizinische Hypoglykämie.

Wenn Schwindel regelmäßig in Zusammenhang mit Mahlzeiten auftritt, lohnt es sich, Zeitpunkt, Begleitsymptome und die Zusammensetzung der vorherigen Mahlzeiten zu beobachten und die Beschwerden gegebenenfalls ärztlich abklären zu lassen.

Eisenmangel, Blutarmut und andere körperliche Ursachen

Wenn neben dem Schwindel gleichzeitig eine anhaltende Müdigkeit, ungewöhnliche Erschöpfung, Kurzatmigkeit bei Belastung, Kopfschmerzen oder Herzklopfen auftreten, kann unter anderem eine Blutarmut eine mögliche Erklärung sein.

Bei einer Anämie kann das Blut weniger Sauerstoff transportieren. Eisenmangel ist eine häufige Ursache dafür, aber längst nicht die einzige.

Auch Schilddrüsenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen, Infektionen und verschiedene andere körperliche Ursachen können mit Schwindel oder Benommenheit einhergehen. Genau deshalb ist es keine besonders gute Idee, aufgrund eines einzelnen Symptoms auf Verdacht Eisen, Vitamin B12 oder andere Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen.

Wenn du häufiger unter Schwindel und Müdigkeit leidest, kann eine ärztliche Untersuchung inklusive passender Blutwerte deutlich mehr Klarheit bringen.

Dazu findest du auf der Gesundheitsminute auch den Artikel „Welche Blutwerte bei Müdigkeit beachtet werden sollten“.

Stress und Angst können echten Schwindel verursachen

Schwindel wird nicht automatisch eingebildet, nur weil bei Untersuchungen zunächst keine körperliche Ursache gefunden wird.

Stress, Angst und Panik können sehr reale körperliche Symptome verursachen. Die Atmung verändert sich, die Muskulatur spannt sich an, Herzfrequenz und Aufmerksamkeit verändern sich und plötzlich fühlt sich die Umgebung unsicher an.

Besonders bei Hyperventilation kann sich das bemerkbar machen. Wenn du schneller oder tiefer atmest, als dein Körper es gerade benötigt, sinkt die Kohlendioxidkonzentration im Blut. Dadurch können Benommenheit, Kribbeln und Schwindel entstehen.

Gleichzeitig kann sich ein Kreislauf entwickeln: Du spürst Schwindel, bekommst Angst, beobachtest deinen Körper noch stärker und der Schwindel wird dadurch intensiver.

Das bedeutet trotzdem nicht, dass neu auftretender Schwindel einfach als Stress abgetan werden sollte. Körperliche Ursachen sollten je nach Art und Stärke der Beschwerden zunächst sinnvoll ausgeschlossen werden.

Können Medikamente Schwindel verursachen?

Ja. Schwindel gehört zu den möglichen Nebenwirkungen verschiedener Medikamente. Dazu können beispielsweise bestimmte Blutdruckmedikamente, Beruhigungs- und Schlafmittel, einige Antidepressiva und weitere Wirkstoffe gehören.

Besonders interessant ist der zeitliche Zusammenhang. Haben die Beschwerden kurz nach Beginn eines neuen Medikaments oder nach einer Dosisänderung angefangen, solltest du das bei deiner Ärztin, deinem Arzt oder in der Apotheke ansprechen.

Setze verschriebene Medikamente aber nicht eigenständig ab. Gerade bei Blutdruckmedikamenten oder Psychopharmaka kann ein plötzliches Absetzen selbst Probleme verursachen.

💡 Gut zu wissen

Wenn du wegen Schwindel ärztlich untersucht wirst, ist nicht nur die Frage „Wie stark ist der Schwindel?“ wichtig. Versuche möglichst genau zu beschreiben, wie er sich anfühlt, wie lange er dauert, wodurch er ausgelöst wird und welche anderen Beschwerden gleichzeitig auftreten. Diese Informationen können bei der Suche nach der Ursache sehr hilfreich sein.

Wann Schwindel ein Warnsignal sein kann

Schwindel ist häufig harmlos. Trotzdem gibt es Situationen, in denen du nicht erst beobachten solltest, ob es morgen vielleicht besser wird.

Besonders wichtig ist plötzlich auftretender starker Schwindel zusammen mit neurologischen Symptomen. Dazu gehören beispielsweise eine neu auftretende Lähmung oder Taubheit einer Körperseite, ein hängender Mundwinkel, Sprach- oder Verständnisstörungen, Doppelbilder, starke Koordinationsprobleme oder ein plötzlich ungewöhnlich heftiger Kopfschmerz.

Solche Symptome können auf einen Schlaganfall hinweisen und sind ein medizinischer Notfall.

Auch Bewusstlosigkeit, starke Brustschmerzen, schwere Atemnot oder anhaltendes Herzrasen beziehungsweise deutliche Herzrhythmusstörungen in Verbindung mit Schwindel sollten schnell medizinisch beurteilt werden.

Besonders bei einem Schlaganfall zählt Zeit. Die Symptome müssen nicht immer so aussehen, wie man es aus Filmen kennt. Auch plötzlich auftretender starker Schwindel mit deutlicher Gangunsicherheit kann je nach Situation eine neurologische Ursache haben.

Was kannst du bei gelegentlichem Schwindel selbst tun?

Wenn du beispielsweise beim schnellen Aufstehen gelegentlich kurz schwindelig wirst, kann es helfen, langsamer die Position zu wechseln. Setz dich morgens zunächst an die Bettkante und steh anschließend ruhig auf.

Achte außerdem auf eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr, besonders bei Hitze und Sport. Wenn du lange nichts gegessen hast und gleichzeitig hungrig bist, iss eine normale Mahlzeit oder einen kleinen ausgewogenen Snack.

Bei akutem Schwindel solltest du dich zunächst hinsetzen oder hinlegen, damit du nicht stürzt. Autofahren, Radfahren oder Arbeiten auf einer Leiter sind selbstverständlich keine gute Idee, solange du dich unsicher fühlst.

Wenn der Schwindel dagegen wiederholt auftritt, stärker wird oder sich nicht eindeutig durch eine harmlose Situation erklären lässt, sollte die Ursache untersucht werden. Dauerhaft nur mehr Wasser zu trinken oder Nahrungsergänzungsmittel auszuprobieren, ersetzt keine Diagnose.

Die Gesundheitsminute empfiehlt

Schwindel ist eines dieser Symptome, bei denen der Kontext unglaublich wichtig ist. Ein paar Sekunden Benommenheit nach dem schnellen Aufstehen sind etwas völlig anderes als ein plötzlich einsetzender starker Drehschwindel mit Sprachstörung.

Versuche deshalb nicht sofort, dich anhand einer Liste selbst zu diagnostizieren. Beobachte lieber, wann der Schwindel auftritt, wie lange er dauert und wie genau er sich anfühlt. Auch Begleitsymptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Herzklopfen, Hörveränderungen oder Sehstörungen sind wichtig.

Bei gelegentlichen Kreislaufproblemen helfen manchmal bereits regelmäßiges Trinken, ausreichend Essen und langsameres Aufstehen. Wenn die Beschwerden jedoch immer wiederkommen, solltest du herausfinden lassen, warum.

Und wenn Schwindel plötzlich zusammen mit neurologischen Ausfällen, Bewusstseinsstörungen, Brustschmerzen oder schwerer Atemnot auftritt, ist das kein Fall für Google und auch keiner für den nächsten Morgen. Dann solltest du sofort medizinische Hilfe holen.

Fazit: Schwindel ist ein Symptom und die Ursache entscheidet

Hinter Schwindel kann etwas so Einfaches wie schnelles Aufstehen, Hitze oder Flüssigkeitsmangel stecken. Auch das Gleichgewichtsorgan im Innenohr ist eine häufige Quelle von Beschwerden. Lagerungsschwindel kann beispielsweise sehr heftig wirken, obwohl die Ursache grundsätzlich gutartig ist.

Gleichzeitig können Medikamente, Blutarmut, Herz-Kreislauf-Probleme oder neurologische Erkrankungen Schwindel verursachen. Genau deshalb lässt sich das Symptom nicht anhand eines einzigen Tricks behandeln.

Die wichtigste Frage lautet nicht nur, ob dir schwindelig ist, sondern wie.

Dreht sich alles? Fühlst du dich eher benommen? Passiert es nur beim Aufstehen? Dauert eine Attacke Sekunden, Minuten oder Stunden? Kommen Hörprobleme, Kopfschmerzen, Herzrasen oder neurologische Auffälligkeiten dazu?

Diese kleinen Details können einen großen Unterschied machen.

Und auch wenn Schwindel in vielen Fällen harmlos ist: Wenn dein Körper plötzlich deutlich anders reagiert als sonst, darfst du das ernst nehmen.

Häufig gestellte Fragen

Warum wird mir beim Aufstehen schwindelig?

Beim schnellen Aufstehen kann der Blutdruck kurzfristig abfallen. Der Körper muss die Durchblutung an die neue Position anpassen. Gelingt das nicht schnell genug, können Schwindel, Benommenheit oder verschwommenes Sehen entstehen.

Kann Schwindel von zu wenig Trinken kommen?

Ja. Ein deutlicher Flüssigkeitsmangel kann das Blutvolumen reduzieren und Kreislaufprobleme begünstigen. Besonders bei Hitze, starkem Schwitzen, Durchfall oder Erbrechen kann das relevant sein.

Warum dreht sich beim Umdrehen im Bett alles?

Eine mögliche Ursache ist gutartiger Lagerungsschwindel. Dabei gelangen kleine Partikel im Innenohr in Bereiche des Gleichgewichtsorgans, in denen sie bei Kopfbewegungen falsche Signale auslösen können.

Kann Stress Schwindel verursachen?

Ja. Stress, Angst und Hyperventilation können Schwindel oder Benommenheit auslösen beziehungsweise verstärken. Neu auftretende oder starke Beschwerden sollten trotzdem nicht automatisch auf Stress geschoben werden.

Kann Eisenmangel Schwindel verursachen?

Eine durch Eisenmangel verursachte Anämie kann unter anderem mit Müdigkeit, Schwäche, Belastungsproblemen und Schwindel einhergehen. Eisen sollte jedoch nicht allein aufgrund von Schwindel auf Verdacht hoch dosiert eingenommen werden.

Wann ist Schwindel gefährlich?

Plötzlich auftretender Schwindel zusammen mit Lähmungen, Taubheitsgefühlen, Sprachstörungen, Doppelbildern, starker Koordinationsstörung oder ungewöhnlich heftigen Kopfschmerzen kann ein Warnsignal für einen Schlaganfall sein. Auch Bewusstlosigkeit, starke Brustschmerzen oder schwere Atemnot erfordern eine schnelle medizinische Abklärung.

Zu welchem Arzt gehe ich bei Schwindel?

Eine hausärztliche Untersuchung ist häufig eine gute erste Anlaufstelle. Je nach Art der Beschwerden können anschließend beispielsweise HNO, Neurologie oder Kardiologie einbezogen werden.

Passende Artikel auf „Die Gesundheitsminute“

Quellen

Gesundheitsinformation.de / IQWiG: Informationen zu Schwindel, verschiedenen Schwindelformen und möglichen Ursachen.

Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft / Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: Informationen zu typischen Warnzeichen eines Schlaganfalls und der Notwendigkeit einer schnellen medizinischen Behandlung.

MSD Manual: Überblick zum Gleichgewichtssystem, vestibulären Ursachen und unterschiedlichen Formen von Schwindel.

Mayo Clinic: Orthostatic hypotension. Informationen zu Blutdruckabfall, Schwindel und Benommenheit beim Aufstehen.

NHS: Informationen zu Dehydrierung und möglichen Beschwerden wie Schwindel, Müdigkeit und dunklem Urin.

World Health Organization: Informationen zu Hitzeerschöpfung und Hitzschlag sowie entsprechenden Warnzeichen.

Gesundheitsinformation.de / IQWiG: Informationen zum gutartigen Lagerungsschwindel und dessen Entstehung im Gleichgewichtsorgan.

Centers for Disease Control and Prevention: Informationen zu Hypoglykämie, möglichen Symptomen und dem besonderen Risiko bei Menschen mit Diabetes.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Diagnose oder Behandlung. Bei plötzlich auftretendem starkem Schwindel zusammen mit neurologischen Auffälligkeiten, Bewusstlosigkeit, starken Brustschmerzen oder schwerer Atemnot sollte sofort medizinische Hilfe gerufen werden.