Kalte Hände und Füße: Ursachen und wann du zum Arzt solltest
Ständig kalte Hände oder Füße? Erfahre, welche harmlosen Ursachen dahinterstecken können, welche Rolle Durchblutung, Stress und Hormone spielen und wann eine Abklärung sinnvoll ist.
Draußen sind 20 Grad, alle anderen sitzen entspannt da und du fragst dich trotzdem, warum deine Füße schon wieder aussehen und sich anfühlen, als hättest du sie gerade in einen Eimer Eiswasser gestellt. Kalte Hände und Füße sind unglaublich häufig und in vielen Situationen vollkommen normal. Besonders wenn die Umgebungstemperatur sinkt, versucht unser Körper schließlich, seine Kerntemperatur möglichst konstant zu halten. Dafür wird die Durchblutung der äußeren Körperbereiche reduziert, damit wichtige Organe weiterhin ausreichend mit warmem Blut versorgt werden. Hände und Füße bekommen das besonders schnell zu spüren.
Problematisch wird es deshalb nicht automatisch, nur weil du häufiger kalte Füße hast als andere Menschen. Interessanter wird die Sache, wenn Hände oder Füße ständig kalt sind, sich plötzlich deutlich verändert haben oder weitere Beschwerden dazukommen. Denn hinter dem Kältegefühl können neben einer völlig normalen Temperaturregulation auch niedriger Blutdruck, Stress, Bewegungsmangel, Eisenmangel, eine Schilddrüsenunterfunktion, das Raynaud-Phänomen oder Durchblutungsstörungen stecken. Grund genug also, einmal genauer hinzuschauen, ohne aus jedem kalten Zeh direkt ein medizinisches Problem zu machen.
Warum werden Hände und Füße überhaupt so schnell kalt?
Unser Körper versucht ziemlich konsequent, seine Temperatur im Inneren stabil zu halten. Wird es kalt, verengen sich kleine Blutgefäße in der Haut und in den äußeren Körperbereichen. Dadurch fließt weniger warmes Blut durch Hände und Füße und entsprechend weniger Wärme geht über die Haut verloren. Das Blut steht stattdessen stärker für den Körperkern und lebenswichtige Organe zur Verfügung. Die kalten Finger sind in diesem Moment also eher ein Zeichen dafür, dass deine Temperaturregulation funktioniert.
Menschen reagieren allerdings unterschiedlich stark auf Kälte. Körperzusammensetzung, Durchblutung, hormonelle Faktoren, Aktivitätsniveau und individuelle Unterschiede können beeinflussen, wie schnell jemand friert. Auch Frauen berichten häufiger über kalte Hände und Füße. Untersuchungen zur Thermoregulation zeigen, dass es zwischen Männern und Frauen durchaus Unterschiede bei Hauttemperatur und Wärmeverteilung geben kann. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass jede Frau zwangsläufig friert oder Männer grundsätzlich warme Hände haben.
📚 Kurz erklärt: Warum schützt der Körper zuerst den Körperkern?
Herz, Gehirn und andere innere Organe sind für unseren Körper wichtiger als warme Fingerspitzen. Bei Kälte verengen sich deshalb Blutgefäße in der Haut und den Extremitäten. Dadurch wird weniger Wärme nach außen abgegeben. Dass deine Hände bei niedrigen Temperaturen kalt werden, ist zunächst also eine vollkommen normale körperliche Reaktion.
Bewegungsmangel kann kalte Hände und Füße begünstigen
Vielleicht kennst du das aus einem langen Arbeitstag: Nach mehreren Stunden am Schreibtisch sind deine Füße kalt, obwohl der Raum eigentlich gar nicht besonders kühl ist. Sobald du aufstehst und dich ein paar Minuten bewegst, wird es besser. Das ist durchaus nachvollziehbar. Bei körperlicher Aktivität steigt der Energieumsatz, die Muskulatur produziert Wärme und die Durchblutung verändert sich. Wer lange nahezu bewegungslos sitzt, produziert entsprechend weniger zusätzliche Wärme.
Du musst deshalb nicht jedes Mal ein Workout beginnen, sobald deine Zehen kalt werden. Häufig reicht es schon, regelmäßig aufzustehen, ein paar Schritte zu gehen, die Füße zu bewegen oder einen kurzen Spaziergang einzubauen. Gerade Menschen mit überwiegend sitzender Tätigkeit profitieren ohnehin davon, längere Sitzphasen immer wieder durch Bewegung zu unterbrechen. Wenn die kalten Füße dadurch verschwinden, ist das zunächst wenig beunruhigend.
Niedriger Blutdruck kann ebenfalls eine Rolle spielen
Ein niedriger Blutdruck kann dazu führen, dass Hände und Füße schneller kalt werden. Dazu können weitere Beschwerden wie Müdigkeit, Schwindel, Konzentrationsprobleme oder ein Schwarzwerden vor den Augen beim schnellen Aufstehen kommen. Ein niedriger Blutdruck ist bei ansonsten gesunden Menschen häufig nicht gefährlich. Wenn du aber regelmäßig Beschwerden hast oder beispielsweise wiederholt Kreislaufprobleme bemerkst, kann es sinnvoll sein, deinen Blutdruck kontrollieren zu lassen.
Dabei ist wichtig, einzelne Messungen nicht überzubewerten. Blutdruck verändert sich im Laufe des Tages und wird unter anderem durch Bewegung, Stress, Schlaf, Flüssigkeit und zahlreiche weitere Faktoren beeinflusst. Wenn du wissen möchtest, wie dein Blutdruck normalerweise aussieht, sind mehrere korrekt durchgeführte Messungen aussagekräftiger als ein einzelner Wert.
Stress kann tatsächlich kalte Hände machen
Dass dir vor einer wichtigen Präsentation plötzlich die Hände kalt werden, bildest du dir nicht unbedingt ein. Bei Stress aktiviert unser Körper das sympathische Nervensystem und schüttet unter anderem Stresshormone wie Adrenalin aus. Dadurch verändern sich Herzfrequenz und Gefäßweite. Blut wird stärker dorthin geleitet, wo es in einer vermeintlichen Gefahrensituation benötigt wird, während sich Gefäße in anderen Bereichen verengen können.
Bei akutem Stress kann sich das ziemlich schnell bemerkbar machen. Manche Menschen bekommen kalte oder feuchte Hände, andere beginnen zu schwitzen oder spüren Herzklopfen. Wenn du also vor allem in angespannten Situationen kalte Hände bemerkst und sie später wieder warm werden, kann Stress durchaus ein Teil der Erklärung sein. Dauerhaft kalte Extremitäten sollten allerdings nicht automatisch mit „Das ist bestimmt nur Stress“ abgetan werden, wenn gleichzeitig andere Beschwerden auftreten.
Eisenmangel kann hinter ständigem Frieren stecken
Wenn dir nicht nur an Händen und Füßen kalt ist, sondern du generell ständig frierst und zusätzlich ungewöhnlich müde, erschöpft oder weniger leistungsfähig bist, kann unter anderem ein Eisenmangel beziehungsweise eine daraus entstandene Eisenmangelanämie infrage kommen. Eisen wird für die Bildung von Hämoglobin benötigt. Hämoglobin ist Bestandteil der roten Blutkörperchen und spielt eine zentrale Rolle beim Sauerstofftransport. Bei einer Anämie kann der Körper entsprechend schlechter mit Sauerstoff versorgt werden.
Weitere mögliche Beschwerden sind Blässe, Kurzatmigkeit bei Belastung, Kopfschmerzen, Herzklopfen oder Konzentrationsprobleme. Besonders Menschen mit stärkeren Menstruationsblutungen haben ein erhöhtes Risiko für Eisenmangel. Trotzdem solltest du nicht allein aufgrund kalter Hände anfangen, hoch dosierte Eisenpräparate einzunehmen. Die Symptome sind unspezifisch und können zahlreiche andere Ursachen haben. Bei einem Verdacht lässt sich die Eisenversorgung über geeignete Blutwerte wesentlich sinnvoller beurteilen. Genau darauf gehen wir übrigens am 17. September noch ausführlicher im Artikel über Eisenmangel ein.
Auch die Schilddrüse kann das Temperaturempfinden beeinflussen
Die Schilddrüse produziert Hormone, die zahlreiche Stoffwechselprozesse beeinflussen. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion, der sogenannten Hypothyreose, laufen bestimmte Prozesse verlangsamt ab. Eine erhöhte Kälteempfindlichkeit beziehungsweise häufiges Frieren gehört zu den möglichen Symptomen. Gleichzeitig können beispielsweise Müdigkeit, Gewichtszunahme, trockene Haut, Verstopfung, Konzentrationsprobleme oder eine langsamere Herzfrequenz auftreten.
Das Schwierige daran: Fast alle diese Beschwerden können auch vollkommen andere Ursachen haben. Wer müde ist, friert und zunimmt, hat deshalb nicht automatisch eine Schilddrüsenunterfunktion. Wenn mehrere Beschwerden über längere Zeit bestehen oder sich neu entwickelt haben, kann eine medizinische Abklärung aber sinnvoll sein. Über Blutuntersuchungen lassen sich unter anderem TSH und gegebenenfalls weitere Schilddrüsenwerte bestimmen.
Wenn die Finger plötzlich weiß oder blau werden: Raynaud-Phänomen
Etwas anders sieht es aus, wenn einzelne Finger oder Zehen bei Kälte oder Stress plötzlich deutlich ihre Farbe verändern. Beim sogenannten Raynaud-Phänomen verengen sich die kleinen Blutgefäße in Fingern oder Zehen anfallsartig. Typischerweise können die betroffenen Bereiche zunächst weiß werden, anschließend teilweise bläulich erscheinen und beim erneuten Einströmen des Blutes rötlich werden. Dazu können Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Schmerzen kommen.
Das primäre Raynaud-Phänomen tritt ohne zugrunde liegende andere Erkrankung auf und ist häufig vergleichsweise harmlos. Es gibt allerdings auch eine sekundäre Form, die beispielsweise mit bestimmten Autoimmunerkrankungen, Gefäßerkrankungen oder Medikamenten zusammenhängen kann. Eine medizinische Abklärung ist deshalb besonders dann sinnvoll, wenn solche Beschwerden erstmals auftreten, sehr ausgeprägt sind, nur eine Körperseite betreffen, Wunden entstehen oder weitere Symptome hinzukommen.
💡 Gut zu wissen
Kalte Hände und Raynaud sind nicht automatisch dasselbe. Beim Raynaud-Phänomen treten die Beschwerden typischerweise anfallsartig auf und gehen häufig mit auffälligen Farbveränderungen der Finger oder Zehen einher. Einfach nur schnell kalte Hände zu bekommen, reicht für diese Diagnose nicht aus.
Können Durchblutungsstörungen hinter kalten Füßen stecken?
Ja, allerdings sollte man hier unterscheiden. Dass deine Füße im Winter kalt werden, bedeutet nicht automatisch, dass deine Arterien verstopft sind. Bei einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, kurz pAVK, sind Arterien verengt und die Durchblutung der Beine beziehungsweise Füße kann eingeschränkt sein. Typisch sind zunächst häufig Schmerzen beim Gehen, die nach einer Pause wieder nachlassen. Im weiteren Verlauf können Beschwerden auch in Ruhe auftreten. Ein Fuß oder Bein kann kühler wirken, Wunden können schlechter heilen und Hautveränderungen auftreten.
Zu den wichtigen Risikofaktoren gehören insbesondere Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck und ungünstige Blutfettwerte. Wenn ein Fuß plötzlich deutlich kälter ist als der andere, starke Schmerzen auftreten, die Haut auffällig blass oder bläulich wird oder du Gefühls- beziehungsweise Bewegungsstörungen bemerkst, sollte das dringend medizinisch abgeklärt werden. Ein plötzlich auftretender arterieller Gefäßverschluss kann ein Notfall sein.
Spielt die Ernährung eine Rolle?
Eine einzelne Mahlzeit wird deine Hände wahrscheinlich nicht dauerhaft von kalt auf warm umstellen. Trotzdem beeinflusst die gesamte Energie- und Nährstoffversorgung natürlich unseren Körper. Wer über längere Zeit deutlich zu wenig Energie zuführt, kann schneller frieren. Auch Nährstoffmängel wie ein ausgeprägter Eisenmangel können, wie bereits beschrieben, eine Rolle spielen.
Das bedeutet aber nicht, dass du spezielle „durchblutungsfördernde“ Lebensmittel, Ingwer-Shots oder Nahrungsergänzungsmittel brauchst, um warme Hände zu bekommen. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichend Energie, Protein, Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und passenden Fettquellen ist eine wesentlich sinnvollere Grundlage. Wenn ein tatsächlicher Nährstoffmangel vermutet wird, sollte dieser gezielt abgeklärt werden, statt mehrere Präparate auf Verdacht einzunehmen.
Was kannst du gegen kalte Hände und Füße tun?
Wenn keine Erkrankung dahintersteckt, helfen häufig ziemlich einfache Dinge. Kleidung sollte zur Außentemperatur passen und gerade Hände und Füße dürfen ruhig etwas großzügiger geschützt werden. Zu enge Schuhe oder Socken können unangenehm sein und sind bei kalten Füßen nicht gerade hilfreich. Bewegung bringt Wärme in den Körper und kann besonders nach langem Sitzen angenehm sein. Auch warme Getränke oder ein warmes Fußbad können kurzfristig dafür sorgen, dass du dich wohler fühlst.
Bei einem Raynaud-Phänomen gehört der Schutz vor Kälte ebenfalls zu den wichtigsten Maßnahmen. Handschuhe können beispielsweise schon getragen werden, bevor die Hände richtig ausgekühlt sind. Auch Rauchen ist in diesem Zusammenhang besonders ungünstig, weil Nikotin die Blutgefäße verengt. Wenn Medikamente eine Rolle spielen könnten, sollten sie niemals eigenständig abgesetzt werden. Stattdessen kann gemeinsam mit dem behandelnden Arzt geprüft werden, ob ein Zusammenhang möglich ist.
Wann solltest du kalte Hände und Füße abklären lassen?
Wenn du schon dein ganzes Leben schnell frierst, deine Hände bei Kälte kalt werden und sonst keinerlei Beschwerden bestehen, steckt wahrscheinlich nicht automatisch eine Erkrankung dahinter. Eine Abklärung wird interessanter, wenn sich etwas verändert. Wenn du plötzlich deutlich stärker frierst als früher, die Beschwerden auch in warmen Räumen dauerhaft bestehen oder gleichzeitig Müdigkeit, Schwindel, Atemnot, Herzklopfen, auffällige Gewichtsveränderungen, starke Menstruationsblutungen oder andere neue Symptome auftreten, solltest du das bei deinem Arzt ansprechen.
Auch auffällige Farbveränderungen der Finger oder Zehen, schlecht heilende Wunden, starke Schmerzen oder deutliche Unterschiede zwischen beiden Körperseiten gehören abgeklärt. Plötzlich starke Schmerzen in einem Arm oder Bein zusammen mit Blässe, Kälte, Taubheit oder Bewegungsstörungen können auf eine akute Durchblutungsstörung hinweisen und sind ein medizinischer Notfall.
Die Gesundheitsminute empfiehlt
Beobachte zunächst, wann deine Hände oder Füße kalt werden. Passiert es nur draußen oder auch im warmen Wohnzimmer? Tritt es nach mehreren Stunden Sitzen auf? Werden deine Finger bei Stress plötzlich weiß? Friert dein gesamter Körper oder sind ausschließlich Hände und Füße betroffen? Gibt es weitere Beschwerden wie Müdigkeit, Schwindel oder Atemnot? Diese Informationen können wesentlich hilfreicher sein als die reine Aussage „Ich habe immer kalte Hände“.
Im Alltag kannst du gleichzeitig mit den einfachen Dingen beginnen: regelmäßig bewegen, lange Sitzzeiten unterbrechen, ausreichend essen und trinken und dich der Temperatur entsprechend warm anziehen. Wenn die Beschwerden neu, ungewöhnlich stark oder mit weiteren Symptomen verbunden sind, sollte allerdings nicht monatelang mit Wärmflaschen und Nahrungsergänzungsmitteln experimentiert werden. Dann ist es sinnvoller, einmal nach der Ursache zu schauen.
Fazit: Kalte Hände sind häufig normal - aber nicht immer
Kalte Hände und Füße gehören zunächst zu den vollkommen normalen Reaktionen unseres Körpers auf niedrige Temperaturen. Die Blutgefäße in den äußeren Körperbereichen verengen sich und der Körper versucht dadurch, weniger Wärme zu verlieren. Manche Menschen reagieren darauf einfach stärker als andere. Auch langes Sitzen, niedriger Blutdruck oder Stress können dazu beitragen, dass sich Hände und Füße schnell kalt anfühlen.
Wenn du allerdings ständig frierst, die Beschwerden neu aufgetreten sind oder weitere Symptome hinzukommen, lohnt sich ein genauerer Blick. Eisenmangel, eine Schilddrüsenunterfunktion, das Raynaud-Phänomen und verschiedene Durchblutungsstörungen gehören zu den möglichen Ursachen. Das bedeutet nicht, dass hinter kalten Füßen automatisch eine Krankheit steckt. Es bedeutet lediglich, dass unser Temperaturempfinden von deutlich mehr beeinflusst wird als von der Raumtemperatur.
Wenn deine Hände also beim nächsten Herbstspaziergang kalt werden, brauchst du dir deshalb nicht sofort Sorgen zu machen. Wenn du dagegen bei 24 Grad mit dicken Socken unter einer Decke sitzt und gleichzeitig seit Wochen erschöpft bist, darfst du durchaus einmal genauer hinschauen.
Häufig gestellte Fragen
Warum habe ich immer kalte Hände und Füße?
Häufig steckt eine normale Reaktion des Körpers auf Kälte dahinter. Weitere mögliche Faktoren sind Bewegungsmangel, niedriger Blutdruck oder Stress. Bei dauerhaftem Frieren können unter anderem Eisenmangel, Schilddrüsenerkrankungen, das Raynaud-Phänomen oder Durchblutungsstörungen eine Rolle spielen.
Können kalte Hände von Eisenmangel kommen?
Eine Eisenmangelanämie kann mit erhöhter Kälteempfindlichkeit einhergehen. Häufig treten zusätzlich beispielsweise Müdigkeit, Blässe, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit oder verminderte Leistungsfähigkeit auf. Eisen sollte trotzdem nicht allein aufgrund kalter Hände auf Verdacht eingenommen werden.
Können kalte Füße von der Schilddrüse kommen?
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann dazu führen, dass Betroffene empfindlicher auf Kälte reagieren. Weitere mögliche Symptome sind Müdigkeit, trockene Haut, Verstopfung und Gewichtszunahme. Diese Beschwerden sind allerdings unspezifisch und können viele andere Ursachen haben.
Warum werden meine Finger bei Kälte weiß?
Anfallsartig weiß werdende Finger können auf das Raynaud-Phänomen hindeuten. Dabei verengen sich kleine Blutgefäße vorübergehend stark. Teilweise verändern die Finger anschließend ihre Farbe zu Blau und später Rot. Bei neu auftretenden oder ausgeprägten Beschwerden sollte dies medizinisch abgeklärt werden.
Hilft Bewegung gegen kalte Füße?
Bewegung erhöht die Wärmeproduktion der Muskulatur und verändert die Durchblutung. Gerade nach langem Sitzen kann schon ein kurzer Spaziergang helfen, wieder wärmer zu werden.
Wann sind kalte Hände oder Füße gefährlich?
Ein plötzlich sehr kalter, blasser und schmerzhafter Arm oder ein entsprechendes Bein, besonders zusammen mit Taubheit oder Bewegungsstörungen, kann auf eine akute Durchblutungsstörung hindeuten und muss dringend medizinisch behandelt werden. Auch schlecht heilende Wunden oder neue starke Farbveränderungen sollten abgeklärt werden.
Quellen
gesund.bund.de: Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Informationen zu möglichen Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion, darunter erhöhte Kälteempfindlichkeit.
gesund.bund.de: Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK). Informationen zu Durchblutungsstörungen der Extremitäten, Symptomen und Risikofaktoren.
NHS: Raynaud’s. Medizinische Informationen zum Raynaud-Phänomen, typischen Farbveränderungen und möglichen Auslösern wie Kälte und Stress.
NHLBI – National Heart, Lung, and Blood Institute: Iron-Deficiency Anemia. Informationen zu Eisenmangelanämie und möglichen Symptomen wie Müdigkeit, Schwäche und Kältegefühl.
Mayo Clinic: Raynaud’s disease. Informationen zu Symptomen, Auslösern sowie primärem und sekundärem Raynaud-Phänomen.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Neu auftretende, anhaltende oder starke Beschwerden sowie auffällige Begleitsymptome sollten medizinisch abgeklärt werden. Plötzlich auftretende starke Schmerzen, Blässe und Kälte einer Extremität zusammen mit Gefühls- oder Bewegungsstörungen können ein medizinischer Notfall sein.