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# Wasser am Morgen: Was ein Glas nach dem Aufstehen wirklich bringt
- URL: https://www.die-gesundheitsminute.de/wasser-nach-dem-aufstehen/
- Published: 2026-09-04T14:00:46.000Z
- Updated: 2026-09-04T14:00:46.000Z
- Description: Ein Glas Wasser direkt nach dem Aufstehen soll Stoffwechsel, Verdauung und Abnehmen fördern. Was stimmt wirklich? Die Vorteile und größten Mythen einfach erklärt.
- Author: Kimberly Ogurek
- Tags: Wasser, Blutdruck, Blutwerte, Blutzucker, Schlaf, Schlafrhythmus, Schwindel, Sommerhitze, Schwitzen, Schweiß, Regeneration, Proteinzufuhr, Protein, Tagesrhythmus

Noch vor dem ersten Kaffee ein großes Glas Wasser trinken: Für viele gehört das inzwischen genauso zur perfekten Morgenroutine wie Tageslicht, Journaling und zehn Minuten Meditation. Auf Social Media geht es häufig noch einen Schritt weiter: Warmes Wasser soll die Verdauung anregen, Zitronenwasser den Körper entgiften und ein großes Glas auf nüchternen Magen angeblich den Stoffwechsel so richtig in Gang bringen. Wer morgens nur Kaffee trinkt, könnte fast das Gefühl bekommen, schon vor acht Uhr den ersten gesundheitlichen Fehler des Tages gemacht zu haben.

Dabei ist die Wahrheit wesentlich unspektakulärer. **Ein Glas Wasser nach dem Aufstehen ist tatsächlich eine sinnvolle Gewohnheit, aber nicht, weil morgens etwas Magisches mit Wasser passiert.** Nach mehreren Stunden Schlaf hast du schlicht längere Zeit nichts getrunken. Mit einem Glas Wasser beginnst du früh damit, deinem Körper wieder Flüssigkeit zuzuführen. Besonders für Menschen, die tagsüber regelmäßig vergessen zu trinken, kann genau diese kleine Routine hilfreich sein. Du entgiftest dadurch allerdings nicht plötzlich deinen Körper, verbrennst nicht automatisch Körperfett und brauchst auch keine Zitrone, Chiasamen oder drei verschiedene Pulver im Glas.

Und vielleicht ist genau das die gute Nachricht: Wasser muss gar kein Wundermittel sein, um deinem Körper gutzutun.

## Was passiert eigentlich während der Nacht mit unserem Flüssigkeitshaushalt?

Auch während du schläfst, verliert dein Körper Flüssigkeit. Du atmest, deine Haut gibt Wasser an die Umgebung ab und natürlich produziert dein Körper weiterhin Urin. Gleichzeitig trinkst du normalerweise sechs, sieben oder acht Stunden lang nichts. Wie viel Flüssigkeit dabei tatsächlich verloren geht, hängt unter anderem von Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit, Schlafdauer und individuellen Faktoren ab.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Mensch morgens automatisch stark dehydriert aufwacht. Unser Körper reguliert seinen Wasserhaushalt ziemlich ausgeklügelt. Unter anderem sorgt das antidiuretische Hormon dafür, dass die Nieren bei Bedarf mehr Wasser zurückhalten können. Auch Durst ist ein wichtiges Signal, mit dem der Körper auf einen Flüssigkeitsbedarf aufmerksam macht.

Trotzdem ist es vollkommen logisch, nach dieser längeren Trinkpause wieder Flüssigkeit aufzunehmen. Ein Glas Wasser am Morgen kann deshalb ein guter Start sein – besonders wenn du mit Durst, trockenem Mund oder nach einer warmen Nacht aufwachst.

## Wie viel solltest du eigentlich am Tag trinken?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen als Orientierung rund **1,5 Liter Getränke pro Tag**. Wasser und andere kalorienfreie Getränke wie ungesüßter Tee sind dabei besonders geeignet. Zusätzlich nehmen wir Flüssigkeit über Lebensmittel auf, beispielsweise über Obst, Gemüse, Suppen oder Joghurt.

Die 1,5 Liter sind allerdings keine starre Menge, die für jeden Menschen und jeden Tag gleichermaßen gilt. Bei Hitze, körperlicher Aktivität, starkem Schwitzen, Fieber oder anderen besonderen Situationen kann der Flüssigkeitsbedarf deutlich steigen. Auch Körpergröße und individuelle Voraussetzungen spielen eine Rolle.

Du musst deshalb nicht panisch eine Trink-App öffnen, wenn du um 16 Uhr erst 1,2 Liter geschafft hast. Gleichzeitig ist dauerhaft sehr wenig zu trinken keine gute Idee. Durst, trockener Mund, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und dunkler gefärbter Urin können Hinweise darauf sein, dass mehr Flüssigkeit sinnvoll wäre – wobei solche Beschwerden natürlich auch andere Ursachen haben können.

> **📚 Kurz erklärt: Muss jeder zwei oder sogar drei Liter Wasser trinken?**  
>  
> Nein. Pauschale Regeln wie „Jeder Mensch muss mindestens drei Liter Wasser am Tag trinken“ sind wenig sinnvoll. Der Flüssigkeitsbedarf hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die DGE nennt für Erwachsene rund 1,5 Liter Getränke täglich als Orientierung. Bei Sport, Hitze oder starkem Schwitzen kann deutlich mehr notwendig sein.

## Ist Wasser direkt nach dem Aufstehen besser als Wasser um 10 Uhr?

Für deinen Körper ist Wasser nicht plötzlich wertvoller, weil die Uhr 7:03 Uhr zeigt. Entscheidend für den Flüssigkeitshaushalt ist vor allem, dass du über den Tag insgesamt ausreichend trinkst.

Der Vorteil des morgendlichen Glases liegt deshalb hauptsächlich in der **Gewohnheit**. Wenn du eine Handlung immer an denselben Auslöser knüpfst, kann sie leichter zum festen Bestandteil deines Alltags werden. Du stehst auf, gehst in die Küche und trinkst ein Glas Wasser. Irgendwann musst du kaum noch darüber nachdenken.

Gerade wenn du sonst erst mittags bemerkst, dass du außer zwei Tassen Kaffee noch nichts getrunken hast, hast du damit schon früh einen kleinen Anfang gemacht. Vielleicht steht anschließend eine Flasche auf deinem Schreibtisch oder du trinkst zu jeder Mahlzeit ein Glas Wasser. Solche einfachen Routinen können langfristig hilfreicher sein als der Versuch, abends noch schnell einen Liter zu trinken, weil du tagsüber kaum dazu gekommen bist.

## Bringt Wasser am Morgen den Stoffwechsel in Schwung?

**Das ist eine der hartnäckigsten Mythen rund um die morgendliche Trinkroutine.**

Ja, Wasseraufnahme kann den Energieverbrauch kurzfristig beeinflussen. In einigen Untersuchungen wurde nach dem Trinken von Wasser ein vorübergehender Anstieg des Energieverbrauchs beobachtet. Daraus entstand teilweise die Behauptung, man könne durch Wassertrinken den Stoffwechsel massiv „ankurbeln“.

Für die Praxis wird dieser Effekt allerdings häufig deutlich überschätzt. Selbst wenn der Energieverbrauch kurzfristig geringfügig steigt, macht ein Glas Wasser deinen Körper nicht zu einer Fettverbrennungsmaschine.

Vor allem ist dein Stoffwechsel morgens nicht ausgeschaltet und wartet darauf, durch Wasser gestartet zu werden. Während du schläfst, arbeitet dein Körper die ganze Zeit weiter. Dein Herz schlägt, du atmest, dein Gehirn ist aktiv, deine Leber arbeitet und deine Körpertemperatur wird reguliert. All diese Prozesse benötigen Energie. Du musst deinen Stoffwechsel morgens also nicht „anschalten“. Er war nie aus.

## Hilft ein Glas Wasser am Morgen beim Abnehmen?

Wasser kann durchaus eine sinnvolle Rolle beim Gewichtsmanagement spielen, allerdings anders, als es viele virale Videos darstellen.

Wasser enthält keine Kalorien. Wenn du regelmäßig kalorienreiche Getränke wie Limonade, Saft oder gesüßte Kaffees durch Wasser ersetzt, kann deine tägliche Energiezufuhr dadurch sinken. Das kann eine Gewichtsabnahme unterstützen, wenn insgesamt ein Energiedefizit entsteht.

Auch das Trinken von Wasser vor Mahlzeiten wurde in verschiedenen Studien untersucht. Bei manchen Menschen kann es dazu beitragen, dass sie während der Mahlzeit etwas weniger essen. Das bedeutet aber nicht, dass ein Glas Wasser auf nüchternen Magen automatisch Fett verbrennt.

Wenn du morgens Wasser trinkst und ansonsten mehr Energie aufnimmst, als dein Körper benötigt, wirst du allein durch diese Gewohnheit nicht abnehmen. **Wasser unterstützt eine Gewichtsabnahme vor allem dann, wenn es Teil eines insgesamt passenden Ernährungsmusters ist.**

Du kannst also gerne morgens dein Glas trinken. Du brauchst ihm nur keine Fähigkeiten zuzuschreiben, die es nicht besitzt.

## Und was ist mit Zitronenwasser?

Zitronenwasser ist wahrscheinlich der Star unter den Morgengetränken. Angeblich entgiftet es, macht den Körper basisch, verbessert die Haut, aktiviert die Verdauung und sorgt dafür, dass die Pfunde schmelzen.

Die deutlich weniger spektakuläre Realität: Zitronenwasser ist hauptsächlich **Wasser mit Zitrone**.

Eine Zitrone liefert unter anderem Vitamin C. Wie viel davon du tatsächlich über ein paar Spritzer Zitronensaft aufnimmst, hängt natürlich von der verwendeten Menge ab. Wenn dir Wasser mit Zitrone besser schmeckt und du dadurch mehr trinkst, kann das eine hervorragende Gewohnheit sein. Du musst es aber nicht trinken, um gesund zu sein.

Auch die Behauptung, Zitronenwasser würde deinen Körper „basisch machen“, ist irreführend. Der pH-Wert unseres Blutes wird innerhalb sehr enger Grenzen reguliert. Dafür sorgen unter anderem Lunge und Nieren. Würde sich der Blut-pH durch ein Getränk deutlich verschieben, wäre das kein Wellness-Effekt, sondern ein medizinisches Problem. Und Fett schmilzt durch Zitronensaft leider ebenfalls nicht.

## Muss unser Körper morgens „entgiftet“ werden?

Nein, zumindest nicht in der Form, wie der Begriff Detox häufig verwendet wird.

Unser Körper verfügt über eigene Systeme, mit denen Stoffwechselprodukte verarbeitet und ausgeschieden werden. Besonders Leber und Nieren spielen dabei zentrale Rollen, zusätzlich sind unter anderem Lunge und Darm beteiligt.

Ausreichend Flüssigkeit ist selbstverständlich wichtig, damit normale Körperfunktionen funktionieren können. Daraus folgt aber nicht, dass ein Glas Wasser morgens plötzlich Giftstoffe aus dem Körper „spült“.

Der Begriff Detox wird im Wellnessbereich häufig verwendet, ohne überhaupt zu definieren, welche konkreten „Gifte“ entfernt werden sollen. Für spezielle Detox-Getränke, Tees oder Saftkuren gibt es deshalb keinen Grund, wenn dein Ziel einfach darin besteht, deinen Körper bei seinen normalen Funktionen zu unterstützen.

Deine Leber braucht keinen grünen Saft, um morgens mit der Arbeit anzufangen. Sie hat auch nachts nicht aufgehört.

> **💡 Gut zu wissen**  
>  
> Dein Körper besitzt keine morgendliche „Detox-Uhrzeit“. Leber, Nieren, Lunge und Darm arbeiten kontinuierlich daran, Stoffe zu verarbeiten beziehungsweise auszuscheiden. Wasser ist für normale Körperfunktionen wichtig, aber eine bestimmte Trinkroutine entfernt nicht plötzlich über Nacht angesammelte „Giftstoffe“.

## Ist warmes Wasser besser als kaltes?

Auch hier darfst du dich nach deinem Geschmack richten.

Manche Menschen empfinden warmes Wasser am Morgen als angenehmer, besonders wenn sie direkt nach dem Aufstehen empfindlich auf sehr kalte Getränke reagieren. Andere trinken lieber eiskaltes Wasser. Gesundheitlich gibt es keinen überzeugenden Grund dafür, dass jeder morgens warmes Wasser trinken müsste.

Die Vorstellung, kaltes Wasser würde die Verdauung „schocken“ oder warmes Wasser Fett und Giftstoffe aus dem Körper lösen, ist wissenschaftlich nicht sinnvoll.

Wenn du warmes Wasser lieber magst, trink es warm. Wenn du dein Wasser direkt aus dem Kühlschrank möchtest, ist das ebenfalls in Ordnung. Manchmal darf eine Gesundheitsentscheidung tatsächlich so einfach sein.

## Zählt Kaffee eigentlich zur Flüssigkeitszufuhr?

Ja! Und damit können wir direkt mit dem nächsten Mythos aufräumen.

Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee können zwar kurzfristig die Urinausscheidung beeinflussen, bei üblichen Mengen entziehen sie dem Körper aber nicht einfach mehr Flüssigkeit, als sie ihm zuführen. Kaffee trägt deshalb grundsätzlich zur täglichen Flüssigkeitsaufnahme bei.

Das bedeutet natürlich nicht, dass du deine komplette Flüssigkeitszufuhr ausschließlich über sechs große Kaffees decken solltest. Je nach Menge kann Koffein unter anderem Schlaf, Unruhe oder Herzklopfen beeinflussen. Wasser bleibt deshalb ein hervorragendes Standardgetränk.

Du musst aber auch kein zusätzliches Glas Wasser trinken, um jede Tasse Kaffee exakt „auszugleichen“, weil der Kaffee deinen Körper angeblich austrocknet.

Wenn du morgens lieber zuerst Kaffee trinkst und später Wasser, ist deine Morgenroutine dadurch nicht ruiniert.

## Kann man auch zu viel Wasser trinken?

Ja. Mehr ist nicht automatisch besser. Wenn in sozialen Medien empfohlen wird, vier, fünf oder sogar sechs Liter Wasser am Tag zu trinken, sollte man vorsichtig werden. Extrem große Flüssigkeitsmengen innerhalb kurzer Zeit können den Natriumgehalt des Blutes stark verdünnen. Es kann zu einer **Hyponatriämie** kommen, die im schlimmsten Fall lebensgefährlich sein kann.

Für gesunde Menschen mit normalem Alltag besteht normalerweise kein Grund, riesige Wassermengen zu erzwingen. Bei längeren Ausdauerbelastungen ist außerdem nicht nur Wasser relevant. Wer über viele Stunden stark schwitzt und gleichzeitig sehr große Mengen reines Wasser trinkt, kann ebenfalls Probleme mit dem Elektrolythaushalt bekommen.

Durst, Aktivität, Wetter und individuelle Bedürfnisse sind deshalb wesentlich sinnvollere Orientierungspunkte als die Vorstellung, dass möglichst viel Wasser automatisch möglichst gesund sei.

## Was ist mit Elektrolyten am Morgen?

Auch Elektrolytpulver haben es inzwischen in viele Morgenroutinen geschafft. Für die meisten gesunden Menschen ist es allerdings nicht notwendig, jeden Morgen vorsorglich Elektrolyte ins Wasser zu geben.

Natrium, Kalium und andere Mineralstoffe nehmen wir normalerweise über unsere Ernährung auf. Interessanter werden Elektrolytgetränke beispielsweise bei langen intensiven Sporteinheiten, starkem Schwitzen oder bestimmten Situationen mit erhöhten Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten.

Wenn du eine normale Nacht geschlafen hast und morgens ins Büro gehst, brauchst du in der Regel kein spezielles Elektrolytpulver, um deinen Körper „optimal zu hydrieren“. Normales Wasser funktioniert erstaunlich gut.

## Woran erkennst du, ob du genug trinkst?

Du musst deinen Flüssigkeitshaushalt nicht ständig überwachen. Durst ist bei gesunden Menschen ein wichtiges Signal. Zusätzlich kann die Urinfarbe eine grobe Orientierung geben. Sehr dunkler Urin kann darauf hindeuten, dass du mehr Flüssigkeit gebrauchen könntest. Sehr heller bis nahezu farbloser Urin über den gesamten Tag bedeutet dagegen nicht automatisch, dass du besonders gesund hydriert bist, möglicherweise trinkst du schlicht sehr viel.

Die Urinfarbe kann außerdem durch Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel, Lebensmittel und Erkrankungen beeinflusst werden. Sie ist deshalb kein perfekter Test.

Praktischer ist häufig die Frage: Trinkst du regelmäßig über den Tag? Hast du ständig starken Durst? Vergisst du bei der Arbeit stundenlang zu trinken? Bewegst du dich viel oder schwitzt stark? Wenn du weißt, dass Trinken im Alltag bei dir regelmäßig untergeht, können feste Anker helfen.

## So wird aus dem morgendlichen Glas eine wirklich sinnvolle Gewohnheit

Wenn du das Glas Wasser am Morgen etablieren möchtest, mach daraus kein kompliziertes Ritual. Stell dir abends ein Glas oder eine Flasche in die Küche beziehungsweise neben deinen Arbeitsplatz. Nach dem Aufstehen trinkst du etwas davon. Fertig.

Du musst weder 500 Milliliter auf Ex trinken noch exakt 37 Grad warmes Wasser verwenden. Du brauchst keine Zitrone, keinen Apfelessig, kein Salz und kein Supplement. Und wenn du an einem Morgen keinen Durst hast, geht deine Gesundheit davon ebenfalls nicht kaputt.

Noch hilfreicher kann es sein, über den restlichen Tag weitere kleine Anker einzubauen. Ein Glas zu jeder Mahlzeit, eine Flasche sichtbar am Arbeitsplatz oder Wasser im Auto beziehungsweise in der Tasche machen es einfacher, regelmäßig zu trinken. Gesunde Gewohnheiten funktionieren häufig gerade deshalb langfristig, weil sie irgendwann langweilig werden.

## Die Gesundheitsminute empfiehlt

**Trink morgens ruhig ein Glas Wasser, aber mach keine Wissenschaft daraus.**

Der größte Vorteil dieser Gewohnheit besteht wahrscheinlich darin, dass du nach der nächtlichen Trinkpause wieder Flüssigkeit aufnimmst und schon früh einen Teil deiner täglichen Flüssigkeitszufuhr abdeckst. Gerade wenn du sonst wenig trinkst, ist das eine einfache Routine mit ziemlich niedriger Einstiegshürde.

Ob das Wasser kalt, lauwarm oder warm ist, darfst du selbst entscheiden. Zitrone kannst du hineingeben, wenn sie dir schmeckt. Du brauchst sie aber nicht. Und du musst auch nicht mit Elektrolyten, Chiasamen, Apfelessig oder irgendwelchen Detox-Pulvern nachhelfen.

Viel wichtiger ist, was **über den gesamten Tag** passiert. Trinkst du regelmäßig? Isst du ausgewogen? Bewegst du dich? Schläfst du ausreichend? Genau diese langweiligen Grundlagen haben langfristig wesentlich mehr Einfluss auf deine Gesundheit als die Frage, ob dein erstes Wasser morgens pur oder mit Zitrone war.

# Fazit: Wasser am Morgen ist sinnvoll, nur aus einem viel einfacheren Grund

Ein Glas Wasser nach dem Aufstehen ist eine gute Gewohnheit. Nach mehreren Stunden ohne Flüssigkeitsaufnahme beginnst du damit, wieder etwas zu trinken, und kannst so leichter auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr über den Tag kommen.

Mehr müssen wir daraus eigentlich gar nicht machen. Wasser muss deinen Stoffwechsel nicht „aktivieren“, weil dein Stoffwechsel ohnehin rund um die Uhr arbeitet. Es muss deinen Körper nicht entgiften, weil dafür unter anderem Leber und Nieren zuständig sind. Und es muss auch kein Körperfett verbrennen, um gesund zu sein.

Wenn du Zitronenwasser liebst, trink Zitronenwasser. Wenn du lieber kaltes Leitungswasser möchtest, nimm das. Und wenn dein erster Griff morgens zur Kaffeemaschine geht, hast du deshalb nicht deine Gesundheit ruiniert.

Vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Lektionen bei vielen Gesundheitstipps: **Nicht alles, was sinnvoll ist, braucht eine spektakuläre Erklärung.**

Manchmal ist ein Glas Wasser einfach ein Glas Wasser. Und das reicht vollkommen.

# Häufig gestellte Fragen

## Wie viel Wasser sollte man direkt nach dem Aufstehen trinken?

Es gibt keine vorgeschriebene Menge, die du morgens trinken musst. Ein normales Glas Wasser kann ein einfacher Einstieg in die Flüssigkeitszufuhr des Tages sein. Entscheidend ist vor allem die gesamte Flüssigkeitsaufnahme über den Tag.

## Sollte man morgens warmes oder kaltes Wasser trinken?

Beides ist möglich. Es gibt keinen überzeugenden gesundheitlichen Grund dafür, dass gesunde Menschen morgens zwingend warmes Wasser trinken müssen. Wähle die Temperatur, die für dich angenehm ist.

## Ist Zitronenwasser am Morgen gesund?

Wasser mit Zitrone kann Teil einer gesunden Ernährung sein und liefert je nach Zitronenmenge etwas Vitamin C. Es besitzt allerdings keine besondere Detox- oder Fettverbrennungswirkung. Wenn es dir hilft, mehr Wasser zu trinken, ist das bereits ein guter Grund dafür.

## Regt Wasser am Morgen den Stoffwechsel an?

Wasser kann den Energieverbrauch kurzfristig geringfügig beeinflussen. Der Effekt sollte für Gewichtsabnahme allerdings nicht überschätzt werden. Dein Stoffwechsel muss morgens außerdem nicht erst „angeschaltet“ werden, er arbeitet auch während des Schlafs.

## Hilft Wasser auf nüchternen Magen beim Abnehmen?

Wasser selbst verbrennt kein Körperfett. Es kann eine Gewichtsabnahme indirekt unterstützen, wenn beispielsweise kalorienreiche Getränke dadurch ersetzt werden oder es bei manchen Menschen zur Sättigung vor einer Mahlzeit beiträgt. Entscheidend bleibt langfristig die gesamte Energiebilanz.

## Entgiftet Wasser den Körper?

Wasser ist für normale Körperfunktionen und Ausscheidungsprozesse notwendig. Eine bestimmte Menge Wasser am Morgen führt allerdings nicht zu einer besonderen „Entgiftung“. Der Körper verfügt mit unter anderem Leber und Nieren über eigene Systeme zur Verarbeitung und Ausscheidung verschiedener Stoffe.

## Zählt Kaffee zur täglichen Flüssigkeitsmenge?

Ja. Kaffee trägt grundsätzlich zur Flüssigkeitsaufnahme bei. Bei üblichen Mengen führt das enthaltene Koffein nicht dazu, dass der Körper mehr Flüssigkeit verliert, als über das Getränk aufgenommen wird.

## Sind Elektrolyte jeden Morgen sinnvoll?

Für gesunde Menschen mit normaler Ernährung sind zusätzliche Elektrolyte am Morgen normalerweise nicht notwendig. Sie können unter bestimmten Umständen wie langem Ausdauertraining oder starken Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten sinnvoll werden.

# Quellen

**Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE):** *Wasser trinken – fit bleiben.* Empfehlungen zur täglichen Flüssigkeitszufuhr und geeigneten Getränken.

**Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE):** *Gut essen und trinken – DGE-Empfehlungen.* Aktuelle Empfehlungen zu Wasser und anderen Bestandteilen einer gesundheitsfördernden Ernährung.

**European Food Safety Authority (EFSA):** *Scientific Opinion on Dietary Reference Values for water.* Wissenschaftliche Referenzwerte zur Wasseraufnahme und zum Flüssigkeitsbedarf.

**National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine:** *Dietary Reference Intakes for Water, Potassium, Sodium, Chloride, and Sulfate.* Wissenschaftliche Einordnung des Wasserhaushalts und der Flüssigkeitszufuhr.

**Maughan RJ, Griffin J. (2003):** *Caffeine ingestion and fluid balance: a review.* Überblick zur Frage, ob koffeinhaltige Getränke den Flüssigkeitshaushalt negativ beeinflussen.

**Mayo Clinic:** Informationen zu Wasserbedarf, Dehydrierung und Hyponatriämie.

**Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei Herz-, Nieren- oder anderen Erkrankungen können besondere Empfehlungen zur täglichen Flüssigkeitszufuhr gelten. Auch bestimmte Medikamente können den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt beeinflussen. In diesen Fällen sollte die geeignete Trinkmenge individuell medizinisch besprochen werden.