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# Cholesterin verstehen: HDL, LDL und Triglyceride einfach erklärt
- URL: https://www.die-gesundheitsminute.de/cholesterin-hdl-ldl-triglyceride/
- Published: 2026-08-14T07:45:34.000Z
- Updated: 2026-08-14T07:45:34.000Z
- Description: Was bedeuten HDL, LDL und Triglyceride im Blutbild? Erfahre, warum Cholesterin lebenswichtig ist, wann Werte problematisch werden und was du selbst beeinflussen kannst.
- Author: Kimberly Ogurek
- Tags: Cholesterin, Abnehmen, Triglyceride, HDL, LDL, Abnehmen funktioniert nicht, Abnehmfehler, Alltag

Cholesterin hat einen ziemlich schlechten Ruf. Sobald bei einer Blutuntersuchung ein erhöhter Wert auftaucht, denken viele sofort an verstopfte Gefäße, Herzinfarkt und die Frage, was sie ab jetzt überhaupt noch essen dürfen. Eier werden gestrichen, Butter wandert aus dem Kühlschrank und plötzlich scheint jedes Lebensmittel mit Fett verdächtig zu sein. Dabei ist Cholesterin zunächst einmal nichts, das unser Körper möglichst schnell loswerden möchte. Ganz im Gegenteil: Wir brauchen es jeden Tag.

Cholesterin ist Bestandteil unserer Zellmembranen und dient unter anderem als Ausgangsstoff für Steroidhormone, Gallensäuren und Vitamin D. Unser Körper stellt deshalb selbst Cholesterin her, vor allem in der Leber. Nur ein Teil stammt direkt aus unserer Nahrung. Problematisch wird Cholesterin nicht dadurch, dass es grundsätzlich vorhanden ist, sondern wenn bestimmte Blutfette über längere Zeit in einem ungünstigen Bereich liegen und gleichzeitig weitere Risikofaktoren hinzukommen. Besonders das LDL-Cholesterin spielt dabei eine wichtige Rolle, weil erhöhte LDL-Werte ursächlich an der Entstehung atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankungen beteiligt sind.

Wenn du dein Laborblatt anschaust, findest du deshalb meistens nicht einfach nur einen Cholesterinwert. Dort stehen Gesamtcholesterin, LDL, HDL und häufig Triglyceride. Manchmal kommen weitere Werte wie Lipoprotein(a) hinzu. Und genau an diesem Punkt wird es für viele kompliziert.

Dabei lässt sich das Grundprinzip ziemlich verständlich erklären.

## Cholesterin schwimmt nicht einfach frei durch dein Blut

Cholesterin gehört zu den Fetten und kann sich deshalb nicht einfach in unserem wasserhaltigen Blut lösen. Damit es trotzdem durch den Körper transportiert werden kann, wird es gemeinsam mit anderen Fettbestandteilen in sogenannte Lipoproteine verpackt.

Zu diesen Transportteilchen gehören LDL und HDL. Sie enthalten Cholesterin, sind aber nicht dasselbe wie Cholesterin selbst. Wenn wir von „gutem“ oder „schlechtem Cholesterin“ sprechen, meinen wir deshalb eigentlich unterschiedliche Transportformen. Die American Heart Association beschreibt LDL als Lipoprotein, das Cholesterin zu verschiedenen Geweben transportiert, während HDL unter anderem Cholesterin aus dem Körpergewebe zurück in Richtung Leber transportieren kann.

> **📚 Kurz erklärt: Was bedeutet LDL und HDL?**  
>  
> LDL steht für „Low Density Lipoprotein“, HDL für „High Density Lipoprotein“. Beide transportieren Fettbestandteile durch das Blut. Entscheidend ist nicht, dass LDL grundsätzlich „böse“ und HDL grundsätzlich „gut“ ist. Unser Körper benötigt beide. Für die Herz-Kreislauf-Gesundheit ist allerdings besonders wichtig, wie hoch die Konzentration der LDL-Partikel beziehungsweise des LDL-Cholesterins über längere Zeit ist.

## Warum LDL so wichtig ist

LDL wird umgangssprachlich häufig als „schlechtes Cholesterin“ bezeichnet. Die Formulierung ist aber etwas irreführend. LDL erfüllt eine ganz normale Aufgabe im Körper. Problematisch wird es, wenn über längere Zeit zu viele LDL-Partikel im Blut unterwegs sind.

Diese Partikel können in die Wand von Arterien eindringen. Dort können sich über Jahre Ablagerungen entwickeln, die Teil einer Atherosklerose sind. Die Gefäßwand verändert sich, es entstehen sogenannte Plaques und im ungünstigsten Fall kann ein Gefäß irgendwann stark verengt oder durch ein Blutgerinnsel verschlossen werden. Genau dadurch können Herzinfarkt und Schlaganfall entstehen. Die europäischen Leitlinien betrachten LDL-Cholesterin deshalb als einen zentralen ursächlichen Faktor für atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wichtig ist allerdings, dass es keinen einzigen LDL-Wert gibt, der für jeden Menschen gleichermaßen „perfekt“ ist. Das persönliche Ziel hängt vom gesamten Herz-Kreislauf-Risiko ab. Eine junge Person ohne bekannte Risikofaktoren wird anders bewertet als jemand, der bereits einen Herzinfarkt hatte, Diabetes hat oder an einer Gefäßerkrankung leidet. Die 2025 aktualisierten europäischen Empfehlungen arbeiten deshalb mit einer individuellen Risikoeinschätzung und entsprechend unterschiedlichen LDL-Zielwerten.

Genau deshalb solltest du einen Laborwert nie isoliert beurteilen. Alter, Blutdruck, Rauchen, Diabetes, familiäre Vorgeschichte und bereits bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen verändern die Bedeutung derselben Zahl erheblich.

## Und HDL? Ist mehr davon immer besser?

HDL wird gerne als „gutes Cholesterin“ bezeichnet. Der Hintergrund ist, dass HDL am sogenannten reversen Cholesterintransport beteiligt ist. Vereinfacht gesagt kann HDL Cholesterin aus Geweben aufnehmen und zurück in Richtung Leber transportieren, wo es weiterverarbeitet beziehungsweise ausgeschieden werden kann. Menschen mit niedrigen HDL-Werten haben in Beobachtungsstudien häufiger ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko.

Daraus entstand lange die Vorstellung, man müsse HDL einfach möglichst stark erhöhen und wäre dadurch automatisch besser geschützt. Ganz so funktioniert es allerdings nicht. Ein hoher HDL-Wert gleicht ein deutlich erhöhtes LDL nicht einfach aus und HDL sollte nicht als Schutzschild verstanden werden, das andere Risikofaktoren verschwinden lässt.

Für die praktische Prävention steht deshalb heute vor allem die Senkung eines erhöhten LDL-Cholesterins im Vordergrund. Die europäischen Leitlinien setzen ihre Behandlungsziele entsprechend in erster Linie anhand des LDL-Wertes und des individuellen Gesamtrisikos.

Wenn auf deinem Laborzettel also sowohl HDL als auch LDL stehen, solltest du nicht einfach beide Werte gegeneinander verrechnen und denken: „Mein HDL ist hoch, dann ist mein LDL nicht so schlimm.“ So lässt sich das persönliche Risiko nicht zuverlässig beurteilen.

## Was sind Triglyceride?

Neben HDL und LDL taucht im Blutbild häufig noch ein weiterer Begriff auf: Triglyceride. Dabei handelt es sich um die häufigste Form von Fett im Körper. Triglyceride speichern Energie und entstehen unter anderem dann, wenn wir mehr Energie aufnehmen, als unmittelbar benötigt wird.

Nach einer Mahlzeit steigen Triglyceride natürlicherweise an. Deshalb kann es bei bestimmten Fragestellungen sinnvoll sein, sie nüchtern zu bestimmen. Ein dauerhaft deutlich erhöhter Wert kann allerdings Teil einer Fettstoffwechselstörung sein. Besonders ungünstig ist die Kombination aus erhöhten Triglyceriden, erhöhtem LDL und niedrigem HDL, da sie mit einem höheren Herz-Kreislauf-Risiko verbunden ist.

Triglyceride werden stark vom Lebensstil beeinflusst. Übergewicht, hoher Alkoholkonsum, wenig Bewegung, Diabetes und eine sehr energiereiche Ernährung können erhöhte Werte begünstigen. Gleichzeitig gibt es auch genetische Ursachen und Erkrankungen, die berücksichtigt werden müssen.

Gerade bei sehr hohen Triglyceridwerten geht es außerdem nicht mehr ausschließlich um Herz-Kreislauf-Risiken. Extrem hohe Konzentrationen können das Risiko einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung erhöhen und gehören deshalb medizinisch behandelt.

> **💡 Gut zu wissen**  
>  
> Gesamtcholesterin allein erzählt nur einen Teil der Geschichte. Ein vollständiges Lipidprofil umfasst normalerweise mindestens Gesamtcholesterin, LDL, HDL und Triglyceride. Erst gemeinsam mit deinen persönlichen Risikofaktoren lassen sich diese Werte sinnvoll einordnen.

## Bedeutet ein hoher Cholesterinwert, dass du zu viel Cholesterin gegessen hast?

Dieser Gedanke liegt nahe, stimmt aber nur teilweise. Unser Körper produziert selbst Cholesterin, weil er es für zahlreiche Funktionen benötigt. Gleichzeitig reagiert der Cholesterinstoffwechsel von Mensch zu Mensch unterschiedlich auf die Ernährung.

Für den LDL-Wert spielt häufig nicht nur das Cholesterin in Lebensmitteln eine Rolle, sondern besonders die Zusammensetzung der aufgenommenen Fette. Die DGE weist darauf hin, dass eine hohe Zufuhr gesättigter Fettsäuren die Konzentration von Gesamt- und LDL-Cholesterin erhöhen kann. Werden gesättigte Fettsäuren dagegen durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren ersetzt, kann das Risiko für Fettstoffwechselstörungen und koronare Herzerkrankungen sinken.

Gesättigte Fettsäuren finden sich beispielsweise in größeren Mengen in Butter, fettreichen Fleisch- und Wurstprodukten, Sahne, einigen Käsesorten, Kokosfett und zahlreichen stark verarbeiteten Lebensmitteln. Ungesättigte Fettsäuren kommen dagegen unter anderem in Olivenöl, Rapsöl, Nüssen, Samen, Avocado und Fisch vor.

Das bedeutet nicht, dass ab morgen nie wieder Butter oder Käse auf dem Tisch stehen dürfen. Viel entscheidender ist, welche Fettquellen deine Ernährung überwiegend prägen.

Auch Transfettsäuren sind ungünstig. Eine hohe Aufnahme kann LDL erhöhen und HDL senken. Sie kommen unter anderem in einigen stark verarbeiteten Back- und Frittierprodukten vor, wobei ihr Gehalt in europäischen Lebensmitteln inzwischen stärker reguliert ist.

## Ballaststoffe können beim Cholesterin eine wichtige Rolle spielen

Bei erhöhtem Cholesterin denken die meisten zuerst daran, Fett zu reduzieren. Ein anderer Bestandteil der Ernährung ist mindestens genauso interessant: Ballaststoffe.

Besonders lösliche Ballaststoffe können Gallensäuren im Darm binden. Da der Körper für die Neubildung von Gallensäuren Cholesterin benötigt, kann eine ballaststoffreiche Ernährung zur Senkung des LDL-Cholesterins beitragen. Hafer und Gerste enthalten beispielsweise Beta-Glucane, während Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst und Vollkornprodukte weitere Ballaststoffarten liefern.

Eine cholesterinfreundliche Ernährung muss deshalb überhaupt nicht kompliziert aussehen. Ein Porridge aus Haferflocken mit Beeren und Nüssen, mittags ein Linsengericht und abends Gemüse mit Vollkornprodukten und einer Proteinquelle liefern bereits viele Lebensmittel, die gleichzeitig für Sättigung, Darmgesundheit und Herz-Kreislauf-Gesundheit interessant sind.

Wenn du deinen Cholesterinspiegel verbessern möchtest, geht es meistens weniger darum, ein einzelnes „Cholesterin-Superfood“ zu finden. Viel mehr zählt das gesamte Ernährungsmuster.

## Nüsse, Pflanzenöle und Fisch dürfen auf den Teller

Menschen mit erhöhtem Cholesterin versuchen manchmal, Fett möglichst vollständig zu vermeiden. Das ist nicht notwendig und kann sogar dafür sorgen, dass wertvolle Fettquellen aus dem Speiseplan verschwinden.

Pflanzliche Öle wie Raps- und Olivenöl liefern überwiegend ungesättigte Fettsäuren. Auch Nüsse und Samen bringen neben Fett Ballaststoffe, Protein und verschiedene Mikronährstoffe mit. Wer Fisch isst, kann regelmäßig fettreiche Arten wie Lachs, Hering oder Makrele einplanen.

Entscheidend ist der Austausch. Wenn Olivenöl an die Stelle großer Mengen Butter tritt oder Nüsse einen stark verarbeiteten Snack ersetzen, verändert sich die Fettqualität der Ernährung. Einfach zusätzlich mehrere Esslöffel Öl und große Mengen Nüsse zur bisherigen Ernährung zu essen, bringt dagegen zusätzliche Energie mit und ist nicht automatisch sinnvoll.

## Eier: Muss man sie bei erhöhtem Cholesterin meiden?

Eier gehören zu den bekanntesten cholesterinreichen Lebensmitteln und wurden deshalb jahrzehntelang besonders kritisch betrachtet. Heute wird deutlich stärker die gesamte Ernährung berücksichtigt. Bei vielen gesunden Menschen beeinflussen gesättigte und trans-Fettsäuren den LDL-Spiegel stärker als das Nahrungscholesterin allein.

Das bedeutet trotzdem nicht, dass Nahrungscholesterin völlig irrelevant ist. Besonders Menschen mit bestimmten Fettstoffwechselstörungen können empfindlicher reagieren. Wer sehr hohe LDL-Werte oder eine familiäre Hypercholesterinämie hat, sollte seine Ernährung deshalb individuell mit medizinischem beziehungsweise ernährungswissenschaftlichem Fachpersonal abstimmen und nicht einfach allgemeine Aussagen aus dem Internet übernehmen.

## Bewegung beeinflusst deine Blutfette ebenfalls

Ernährung ist nur ein Teil der Gleichung. Regelmäßige körperliche Aktivität kann das Lipidprofil günstig beeinflussen. Die American Heart Association beschreibt unter anderem mögliche Senkungen des LDL-Cholesterins und Veränderungen des HDL-Wertes durch regelmäßige Bewegung.

Dafür musst du nicht jeden Tag intensiv trainieren. Spaziergänge, Radfahren, Schwimmen und Krafttraining können gemeinsam einen aktiven Alltag ergeben. Entscheidend ist, Bewegung nicht als kurzfristige Maßnahme nach einem auffälligen Blutbild zu betrachten, sondern als langfristigen Bestandteil deines Lebens.

Auch eine Gewichtsabnahme kann bei Menschen mit Übergewicht Blutfette und weitere Herz-Kreislauf-Risikofaktoren verbessern. Das Ziel sollte dabei jedoch nicht eine möglichst schnelle Crash-Diät sein. Ein dauerhaftes Ernährungsmuster, das Gewicht, Blutdruck, Blutzucker und Blutfette gleichzeitig berücksichtigt, ist langfristig sinnvoller.

## Warum manche Menschen trotz gesunder Ernährung sehr hohe LDL-Werte haben

Nicht jeder hohe Cholesterinwert lässt sich durch Ernährung erklären. Die genetische Veranlagung spielt eine große Rolle. Besonders bei einer familiären Hypercholesterinämie können LDL-Werte bereits in jungen Jahren deutlich erhöht sein.

Deshalb sollten sehr hohe Werte nicht einfach mit „Ich esse ab jetzt weniger Käse“ abgehakt werden. Auch frühe Herzinfarkte oder Schlaganfälle in der Familie können ein Hinweis darauf sein, dass das persönliche Risiko genauer betrachtet werden sollte.

Bei solchen Situationen können Medikamente notwendig sein. Statine gehören weiterhin zu den wichtigsten und am besten untersuchten Medikamenten zur LDL-Senkung. Je nach Ausgangslage kommen auch weitere Wirkstoffe infrage. Die aktualisierten europäischen Leitlinien empfehlen die Behandlung abhängig vom individuellen Risiko und dem angestrebten LDL-Ziel.

Nahrungsergänzungsmittel sind dafür kein gleichwertiger Ersatz. Die aktuellen europäischen Empfehlungen raten ausdrücklich davon ab, Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel ohne belegte relevante LDL-senkende Wirkung zur Reduktion des atherosklerotischen Herz-Kreislauf-Risikos einzusetzen.

## Und was ist Lipoprotein(a)?

Vielleicht findest du bei einer erweiterten Blutuntersuchung noch einen Wert namens **Lipoprotein(a)** oder kurz **Lp(a)**. Dieser Wert ist besonders interessant, weil er zu einem großen Teil genetisch bestimmt wird und durch Ernährung und Bewegung nur begrenzt verändert werden kann.

Ein erhöhtes Lp(a) kann das Herz-Kreislauf-Risiko zusätzlich erhöhen. Gerade wenn in deiner Familie früh Herzinfarkte oder Schlaganfälle aufgetreten sind, kann eine Bestimmung sinnvoll sein. Die aktuellen europäischen Leitlinien berücksichtigen Lp(a) ausdrücklich als zusätzlichen Risikofaktor bei der individuellen Einschätzung.

Ein hoher Wert bedeutet nicht, dass zwangsläufig eine Erkrankung entstehen wird. Er kann aber ein Grund sein, beeinflussbare Faktoren wie LDL, Blutdruck, Rauchen und Diabetes besonders konsequent zu behandeln.

## Die Gesundheitsminute empfiehlt

Wenn auf deinem Laborzettel „Cholesterin erhöht“ steht, versuche nicht, sofort ein einzelnes Lebensmittel dafür verantwortlich zu machen. Schau zunächst darauf, **welcher Wert tatsächlich erhöht ist**. LDL, HDL und Triglyceride haben unterschiedliche Bedeutungen und müssen gemeinsam mit deinem persönlichen Herz-Kreislauf-Risiko betrachtet werden.

Bei einem erhöhten LDL lohnt sich ein Blick auf die Fettqualität deiner Ernährung. Mehr Oliven- und Rapsöl, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Gemüse und dafür weniger stark verarbeitete Lebensmittel mit vielen gesättigten und trans-Fettsäuren können eine sinnvolle Grundlage sein.

Versuche gleichzeitig nicht, Medikamente durch Nahrungsergänzungsmittel zu ersetzen. Besonders bei deutlich erhöhten LDL-Werten, familiärer Vorbelastung oder bereits vorhandenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann eine medikamentöse Behandlung einen entscheidenden Unterschied machen.

Das Ziel ist nicht, Cholesterin vollständig aus deinem Körper zu verbannen. Wir brauchen es. Entscheidend ist, dass die Konzentration der verschiedenen Blutfette zu deinem persönlichen Risiko passt.

# Fazit: Cholesterin ist lebenswichtig - die Verteilung entscheidet

Cholesterin ist kein Giftstoff. Unser Körper braucht es für Zellmembranen, Hormone und weitere lebenswichtige Prozesse. Problematisch wird vor allem ein dauerhaft erhöhtes LDL-Cholesterin, weil LDL ursächlich an der Entwicklung atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankungen beteiligt ist.

HDL übernimmt andere Transportaufgaben und wird deshalb häufig als „gutes Cholesterin“ bezeichnet. Ein hoher HDL-Wert kann ein deutlich erhöhtes LDL aber nicht einfach neutralisieren. Triglyceride wiederum sind eine eigene Gruppe von Blutfetten und können insbesondere in Kombination mit anderen ungünstigen Werten zusätzliche Hinweise auf ein erhöhtes Risiko liefern.

Eine herzfreundliche Ernährung bedeutet deshalb nicht, Fett vollständig zu vermeiden. Viel sinnvoller ist es, gesättigte Fette häufiger durch ungesättigte Fettquellen zu ersetzen, ausreichend Ballaststoffe zu essen und insgesamt möglichst wenig stark verarbeitete Lebensmittel zu wählen. Bewegung, Nichtrauchen, Blutdruck, Blutzucker und Körpergewicht gehören genauso dazu.

Und vor allem solltest du deinen Cholesterinwert nicht allein interpretieren. Dasselbe LDL kann bei zwei Menschen eine völlig unterschiedliche Bedeutung haben. Genau deshalb werden Behandlung und Zielwerte heute anhand des gesamten persönlichen Herz-Kreislauf-Risikos festgelegt.

# Häufig gestellte Fragen

## Was ist wichtiger: HDL oder LDL?

Für die Vorbeugung atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielt besonders das LDL-Cholesterin eine zentrale Rolle. HDL ist ebenfalls Bestandteil der Risikobeurteilung, ein hoher HDL-Wert hebt ein deutlich erhöhtes LDL jedoch nicht einfach auf.

## Welcher LDL-Wert ist normal?

Es gibt keinen einzigen optimalen LDL-Wert für alle Menschen. Das Ziel hängt vom individuellen Herz-Kreislauf-Risiko ab. Menschen mit sehr hohem Risiko benötigen deutlich niedrigere LDL-Zielwerte als gesunde Personen ohne Risikofaktoren.

## Muss ich bei hohem Cholesterin auf Eier verzichten?

Nicht automatisch. Der LDL-Wert wird von der gesamten Ernährung, genetischen Faktoren und besonders auch von der Fettqualität beeinflusst. Bei stark erhöhten Werten oder familiären Fettstoffwechselstörungen sollte die Ernährung individuell besprochen werden.

## Welche Lebensmittel können beim LDL-Cholesterin helfen?

Besonders sinnvoll sind ballaststoffreiche Lebensmittel wie Hafer, Hülsenfrüchte, Gemüse und Vollkorn sowie Fettquellen mit überwiegend ungesättigten Fettsäuren wie Olivenöl, Rapsöl, Nüsse und Samen. Gesättigte Fettsäuren häufiger durch mehrfach ungesättigte zu ersetzen, kann LDL und das Herz-Kreislauf-Risiko günstig beeinflussen.

## Sind Triglyceride dasselbe wie Cholesterin?

Nein. Triglyceride sind eine andere Form von Blutfett und dienen unter anderem als Energiespeicher. Ein Lipidprofil bestimmt deshalb neben LDL und HDL normalerweise auch die Triglyceride.

## Kann ich meinen Cholesterinwert spüren?

Meistens nicht. Erhöhte Cholesterinwerte verursachen häufig keine Beschwerden und werden deshalb über eine Blutuntersuchung festgestellt.

## Kann man LDL nur mit Ernährung senken?

Lebensstiländerungen können einen wichtigen Beitrag leisten. Wie stark LDL dadurch sinkt, ist jedoch individuell und hängt auch von genetischen Faktoren und dem Ausgangswert ab. Bei erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko können zusätzlich Medikamente notwendig sein.

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# Quellen

**European Society of Cardiology / European Atherosclerosis Society:** *2025 Focused Update of the 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias.* Aktuelle europäische Empfehlungen zur Risikobewertung und Behandlung erhöhter Blutfette.

**European Society of Cardiology:** Überblick zur 2025 aktualisierten Leitlinie. LDL-Ziele werden anhand des individuellen Herz-Kreislauf-Risikos festgelegt.

**Deutsche Gesellschaft für Ernährung:** *Ausgewählte Fragen und Antworten zur Fettleitlinie.* Austausch gesättigter durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren kann LDL-Cholesterin und das Risiko koronarer Herzkrankheiten günstig beeinflussen.

**Deutsche Gesellschaft für Ernährung:** *Pflanzliche Öle bevorzugen.* Informationen zur Bedeutung gesättigter und ungesättigter Fettsäuren.

**American Heart Association:** *HDL, LDL Cholesterol and Triglycerides.* Grundlagen zu LDL, HDL und Triglyceriden.

**American Heart Association:** *Understanding Cholesterol and Lipids.* Einordnung eines vollständigen Lipidprofils.

**Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Erhöhte Blutfette sollten immer im Zusammenhang mit dem persönlichen Herz-Kreislauf-Risiko beurteilt werden. Medikamente zur Cholesterinsenkung sollten nicht eigenständig begonnen, verändert oder abgesetzt werden.